Ein schweres Zugunglück in Spanien erschüttert Europa: Am Sonntagabend, dem 18. Januar 2026, kollidierten zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der andalusischen Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba. Mindestens 39 Menschen verloren ihr Leben, über 150 wurden verletzt. Das Interesse an diesem tragischen Ereignis ist enorm – die Suchanfragen explodierten innerhalb weniger Stunden um 1000 Prozent. Was diese Zugkatastrophe besonders macht, ist nicht nur ihre Schwere, sondern vor allem die mysteriösen Umstände, unter denen sie geschah.
Das schwere Zugunglück in Spanien wirft Fragen auf, die selbst Experten ratlos zurücklassen. Ein moderner Iryo-Hochgeschwindigkeitszug entgleiste auf gerader Strecke bei etwa 300 Kilometern pro Stunde, geriet auf das Gegengleis und kollidierte frontal mit einem Renfe-Zug aus entgegengesetzter Richtung. Zwei moderne Züge, beste Infrastruktur, funktionierendes Sicherheitssystem – und trotzdem ereignete sich das schwerste Eisenbahnunglück Spaniens seit 13 Jahren.
Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren auf offener Strecke bei Córdoba
Die Szenerie gleicht einem Albtraum: Der Iryo-Zug war auf dem Weg von Málaga nach Madrid, als er plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung entgleiste. Die entgleisten Waggons rutschten auf das benachbarte Gleis, wo ihnen der Renfe-Zug von Madrid nach Huelva entgegenkam. Die Kollision war unvermeidlich. Das Ergebnis übertrifft die schlimmsten Befürchtungen: 39 Tote, wobei Experten nicht ausschließen, dass diese Zahl noch steigt. Über 150 Passagiere wurden verletzt, 48 von ihnen liegen in Krankenhäusern, 13 davon auf Intensivstationen. Etwa 500 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in beiden Zügen.
Rettungskräfte kämpfen in der Nacht gegen verbogenes Metall
Die Bergungsarbeiten gestalteten sich dramatisch schwierig. Besonders die ersten drei Waggons des Alvia-Zuges waren eine vier Meter hohe Böschung hinabgestürzt, verbogen und ineinander verkeilt. Rettungskräfte arbeiteten die gesamte Nacht bei Flutlicht, um Menschen aus dem Trümmerchaos zu befreien. Die militärische Notfalleinheit UME rückte mit 15 Fahrzeugen und Spezialgerät an. Sanitäter, Feuerwehrleute und Soldaten kämpften gegen die Zeit und gegen das verzogene Metall moderner Hochgeschwindigkeitszüge. Die Bilder vom Unfallort gingen am Montagmorgen um die Welt und erreichten auch Deutschland, wo Tausende nach Antworten suchten.
Warum das Zugunglück in Spanien Experten vor Rätsel stellt
Genau hier wird das schwere Zugunglück in Spanien von einer Tragödie zu einem mysteriösen Fall. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete den Vorfall als sehr seltsam – eine bemerkenswerte Aussage für einen Politiker, der normalerweise zurückhaltend formuliert. Die Fakten verwirren selbst Fachleute. Der entgleiste Iryo-Zug war ein modernes Fahrzeug, erst seit 2022 in Betrieb. Seine letzte Inspektion hatte nur drei bis vier Tage vor dem Unglück stattgefunden, ohne jede Beanstandung. Der Streckenabschnitt war vollständig renoviert worden, erst im Mai 2025 komplett erneuert. Es handelte sich um eine gerade Strecke, nicht um eine gefährliche Kurve wie beim Unglück von Santiago de Compostela 2013.
Noch bemerkenswerter erscheint ein Detail: Beide Züge bewegten sich innerhalb der erlaubten Geschwindigkeitsgrenzen. Der eine fuhr mit 205 Kilometern pro Stunde, der andere mit 210 Kilometern pro Stunde bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern. Die Strecke ist außerdem mit einem modernen LZB-Sicherheitssystem ausgestattet, das menschliches Versagen eigentlich weitgehend ausschließen sollte.
Technischer Defekt oder Infrastrukturproblem bei Adamuz
Die zentrale Frage, die eine eilig einberufene Untersuchungskommission nun klären muss: Was brachte einen modernen Hochgeschwindigkeitszug auf gerader, neuer Strecke plötzlich zum Entgleisen? Ein technischer Defekt am Zug selbst? Ein bisher unentdecktes Problem mit der Infrastruktur? Oder eine fatale Verkettung unglücklicher Umstände? Verkehrsminister Puente konnte bei seiner ersten Stellungnahme nicht erklären, warum der Zug plötzlich auf das gegenüberliegende Gleis abkam. Diese Ehrlichkeit ist einerseits erfrischend, andererseits beunruhigend.
Ministerpräsident Sánchez bricht Davos-Teilnahme ab
Die Tragweite des Unglücks zeigt sich auch an den politischen Reaktionen. Ministerpräsident Pedro Sánchez brach seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos ab und reiste umgehend zum Unglücksort. König Felipe VI. und Königin Letizia drückten ihr tiefes Mitgefühl aus. Spanien hat drei Tage Staatstrauer ausgerufen. Diese Reaktionen sind nicht nur Protokoll, sie spiegeln den Schock eines Landes wider, das sich auf seine moderne Eisenbahninfrastruktur verlassen hatte. Spanien verfügt über das größte Hochgeschwindigkeits-Zugnetz Europas mit mehr als 3000 Streckenkilometern. Das Land hatte sich nach dem Unglück von Santiago de Compostela 2013, bei dem 80 Menschen starben, intensiv um verbesserte Sicherheitsstandards bemüht.
Sicherheit im europäischen Bahnverkehr nach der Zugkatastrophe
Das schwere Zugunglück in Spanien wirft unweigerlich Fragen zur Sicherheit des Bahnverkehrs auf, nicht nur in Spanien, sondern europaweit. Wenn ein Unfall unter scheinbar optimalen Bedingungen geschehen kann, welche Garantien gibt es dann überhaupt noch? Dennoch sollte man die Statistik im Blick behalten: Zugreisen gehören nach wie vor zu den sichersten Fortbewegungsmitteln. Das letzte schwere Unglück in Spanien liegt 13 Jahre zurück, in dieser Zeit wurden Millionen von Passagieren sicher befördert. Moderne Sicherheitssysteme funktionieren in der überwältigenden Mehrheit der Fälle einwandfrei. Trotzdem zeigt dieser tragische Vorfall, dass absolute Sicherheit eine Illusion bleibt. Die Aufgabe der Untersuchungskommission wird es sein, herauszufinden, was genau schiefgelaufen ist und wie ähnliche Katastrophen in Zukunft verhindert werden können. Die 39 Todesopfer und über 150 Verletzten sind mehr als Statistiken, sie sind Menschen, Familien, zerplatzte Träume, die verdienen, dass aus dieser Tragödie gelernt wird.
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