Während die meisten Besucher Thailands sich in den überfüllten Straßen Bangkoks oder an den Stränden im Süden tummeln, wartet nur 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt ein Juwel darauf, von euch und euren Freunden entdeckt zu werden. Ayutthaya, die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Siam, empfängt euch im Januar mit perfektem Wetter und einer Atmosphäre, die Geschichte zum Greifen nah macht. Die Temperaturen sind angenehm, die Luftfeuchtigkeit erträglich, und die Regenzeit liegt weit hinter euch – ideale Bedingungen für ausgedehnte Erkundungstouren zwischen jahrhundertealten Tempeln und Ruinen.
Eine Stadt, die vom Glanz vergangener Zeiten erzählt
Stellt euch vor, ihr radelt durch die Straßen einer Stadt, die einst als Venedig des Ostens galt. Ayutthaya war vom 14. bis zum 18. Jahrhundert das pulsierende Herz eines mächtigen Königreichs, und noch heute spürt man diese Bedeutung bei jedem Schritt. Die UNESCO-Welterbestätte erstreckt sich über eine Insel, umgeben von drei Flüssen, und bietet ein weitläufiges Areal mit über 400 Tempelruinen, prächtigen Buddha-Statuen und Palastanlagen, die Geschichten von Macht, Spiritualität und dramatischem Untergang flüstern.
Das Besondere an Ayutthaya ist seine Zugänglichlichkeit – sowohl geografisch als auch finanziell. Während andere historische Stätten hohe Eintrittspreise verlangen, könnt ihr hier für 2 bis 3 Euro pro Tempel in eine andere Epoche eintauchen. Ein Kombiticket für sechs Haupttempel liegt bei etwa 15 Euro und lohnt sich definitiv, wenn ihr plant, mehrere Tage zu bleiben.
Was ihr auf keinen Fall verpassen solltet
Der Wat Mahathat ist vermutlich die ikonischste Sehenswürdigkeit der Stadt. Hier findet ihr den berühmten Buddha-Kopf, der von Baumwurzeln umschlossen ist – ein surreales Bild, das die Verschmelzung von Natur und Kultur perfekt symbolisiert. Kommt am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Stätte in goldenes Licht tauchen und noch keine Touristenbusse angekommen sind.
Der Wat Phra Si Sanphet beeindruckt mit seinen drei restaurierten Chedis, die einst als königliche Tempelanlage dienten. Die symmetrische Anordnung der weißen Stupas bietet fantastische Fotomotive, besonders bei Sonnenuntergang, wenn der Himmel sich rosa färbt.
Für einen spektakulären Rundumblick solltet ihr den Wat Yai Chai Mongkhon besuchen. Die große Chedi ist begehbar, und von oben habt ihr einen Panoramablick über die gesamte historische Stadt. Ringsum sitzen dutzende Buddha-Statuen in orangefarbene Roben gehüllt – ein Anblick, der spirituelle Ruhe ausstrahlt.
Versteckte Schätze abseits der Hauptrouten
Wenn eure Gruppe Abenteuer und Authentizität sucht, lohnt sich ein Ausflug zum Wat Phanan Choeng, etwas außerhalb der Hauptinsel gelegen. Dieser aktive Tempel beherbergt eine 19 Meter hohe Buddha-Statue und wird noch heute von Einheimischen für religiöse Zeremonien genutzt. Hier erlebt ihr Thailand, wie es wirklich ist – fernab vom Touristenrummel.
Der Bang Pa-In Sommerpalast, etwa 20 Kilometer südlich gelegen, ist ein architektonisches Kaleidoskop. Chinesische Pavillons, europäisch anmutende Herrenhäuser und thailändische Prachgebäude existieren harmonisch nebeneinander. Der Eintritt kostet rund 3 Euro, und die gepflegten Gärten laden zum Verweilen ein.
Fortbewegung für Entdecker mit kleinem Budget
Die absolute Empfehlung für Ayutthaya: Fahrräder! Für etwa 1,50 bis 2 Euro pro Tag könnt ihr euch bei unzähligen Vermietern rund um den Bahnhof ein Rad ausleihen. Die Stadt ist flach, die Entfernungen überschaubar, und die Flexibilität unbezahlbar. Mit einer Gruppe macht das Radfahren zwischen den Ruinen besonders viel Spaß, und ihr könnt spontan anhalten, wann immer euch etwas interessiert.
Alternativ gibt es Tuk-Tuks, die für Ganztagestouren zwischen 15 und 20 Euro verlangen – geteilt durch drei oder vier Personen eine durchaus erschwingliche Option, besonders wenn die Mittagshitze doch intensiver wird als gedacht. Verhandelt immer vor der Fahrt und einigt euch auf einen festen Preis sowie die zu besuchenden Sehenswürdigkeiten.

Für die Anreise aus Bangkok bietet sich der Zug an. Für gerade einmal 0,50 Euro bringt euch die dritte Klasse in etwa 90 Minuten ans Ziel. Die Züge sind einfach, aber funktional, und die Fahrt durch die thailändische Landschaft ist bereits ein Erlebnis für sich. Minibusse sind mit etwa 2 Euro etwas teurer, aber schneller und fahren häufiger.
Schlafen ohne den Geldbeutel zu strapazieren
Ayutthaya ist ein Paradies für budgetbewusste Reisende. Einfache Gästehäuser findet ihr bereits ab 8 Euro pro Nacht im Mehrbettzimmer. Viele dieser Unterkünfte liegen in traditionellen thailändischen Holzhäusern und bieten authentisches Flair. Wenn ihr als Gruppe ein Doppelzimmer oder sogar ein kleines Apartment teilt, kommt ihr auf etwa 4 bis 6 Euro pro Person und Nacht.
Die meisten preiswerten Unterkünfte befinden sich in der Nähe des Bahnhofs oder entlang der Straßen, die zum historischen Park führen. Viele Besitzer geben gern Insider-Tipps zu weniger bekannten Tempeln oder den besten lokalen Essenständen.
Kulinarische Entdeckungen zum Sparpreis
Das Essen in Ayutthaya ist nicht nur köstlich, sondern auch erstaunlich günstig. An den zahlreichen Straßenständen bekommt ihr Pad Thai, gebratenen Reis oder Nudelsuppen für umgerechnet 1 bis 1,50 Euro. Die Nachtmärkte sind ein Fest für alle Sinne – bunte Lichter, verführerische Düfte und eine Vielfalt an Gerichten, die ihr unbedingt probieren müsst.
Besonders empfehlenswert sind die schwimmenden Märkte am Stadtrand, wo ihr direkt vom Boot frisch zubereitete Speisen kaufen könnt. Eine Bootsfahrt kostet etwa 5 bis 7 Euro und beinhaltet meist schon einige Kostproben.
Probiert unbedingt die lokale Spezialität Roti Sai Mai – hauchdünne Pfannkuchen gefüllt mit bunter Zuckerwatte. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber fantastisch und kostet nur etwa 0,70 Euro. Perfekt für eine kleine Stärkung zwischen zwei Tempelbesuchen.
Abendliche Atmosphäre am Fluss
Wenn die Sonne untergeht, verwandelt sich die Uferpromenade in eine entspannte Treffpunkt. Einfache Restaurants mit Blick auf den Fluss servieren frischen Fisch und Meeresfrüchte zu fairen Preisen. Für etwa 4 bis 6 Euro bekommt ihr ein komplettes Abendessen mit Getränk. Setzt euch ans Wasser, bestellt ein kühles Chang-Bier und lasst den Tag Revue passieren, während beleuchtete Boote vorbeigleiten.
Praktische Tipps für eure Gruppe
Packt Sonnencreme und Kopfbedeckungen ein – auch im Januar kann die Sonne intensiv sein, besonders wenn ihr den ganzen Tag draußen seid. Trinkwasser gibt es an jeder Ecke für etwa 0,30 Euro pro großer Flasche.
Respektiert die religiösen Stätten: Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Viele Tempel stellen kostenlose Tücher zur Verfügung, aber eigene Kleidung ist praktischer. Schuhe müsst ihr vor dem Betreten der Tempelgebäude ausziehen.
Die beste Zeit für Tempelbesuche ist früh morgens zwischen 7 und 9 Uhr oder spätnachmittags ab 16 Uhr. Dann ist das Licht am schönsten und die Temperaturen angenehmer. Die Mittagsstunden könnt ihr für eine Pause, ein entspanntes Mittagessen oder einen Besuch im kleinen, klimatisierten Nationalmuseum nutzen, das für 3 Euro Eintritt faszinierende Artefakte zeigt.
Plant mindestens zwei volle Tage ein, besser drei. So könnt ihr die Sehenswürdigkeiten in Ruhe genießen, ohne gehetzt von Tempel zu Tempel zu eilen. Der gemächliche Rhythmus passt perfekt zu Ayutthayas zeitloser Atmosphäre und macht die Reise zu einem echten Erlebnis, nicht nur zu einer Checkliste abzuhakender Sehenswürdigkeiten.
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