Wenn die Winterkälte Europa fest im Griff hat und viele Reiseziele unter einer Schneedecke versinken, entfaltet Český Krumlov einen ganz besonderen Zauber. Die mittelalterliche Stadt an der Moldau verwandelt sich im Januar in ein Märchen aus Stein, in dem sich frischvermählte Paare wie in einem Gemälde aus längst vergangenen Zeiten fühlen. Fernab der Touristenmassen des Sommers gehören euch die verwinkelten Gassen, die romantischen Brücken und die stimmungsvollen Cafés fast exklusiv – und das zu Preisen, die das Reisebudget schonen und trotzdem unvergessliche Momente garantieren.
Warum Český Krumlov im Januar perfekt für Hochzeitsreisende ist
Der Januar mag nicht der erste Gedanke sein, wenn es um Flitterwochen geht, doch genau darin liegt der Reiz. Während andere Paare sich in überlaufenen Touristenhochburgen drängen, genießt ihr die Intimität einer UNESCO-Welterbestätte nahezu für euch allein. Die verschneiten Dächer der gotischen und Renaissance-Gebäude schaffen eine Kulisse, die jeder Postkarte Konkurrenz macht. Die Temperaturen bewegen sich zwischen minus fünf und plus zwei Grad – perfekt für ausgedehnte Spaziergänge, bei denen ihr euch aneinander wärmt, gefolgt von gemütlichen Stunden in urigen Weinstuben.
Die Stadt ist kompakt genug, um sie an einem Wochenende intensiv zu erkunden, aber facettenreich genug, dass keine Langeweile aufkommt. Der gefrorene Fluss, die nebelverhangenen Morgenstunden und die früh einsetzende Dämmerung verleihen jedem Moment eine fast unwirkliche Romantik.
Das historische Herz entdecken
Das Schloss thront majestätisch über der Altstadt und ist selbst im Winter zugänglich – zumindest die Außenanlagen und Höfe. Der Eintritt zu den Schlossgärten ist kostenlos, und der Blick von der Schlossbrücke über die schneebedeckte Stadt ist atemberaubend. Plant mindestens zwei Stunden ein, um durch die Arkadengänge zu schlendern und die verschiedenen Perspektiven auf die sich windende Moldau zu genießen.
Die Altstadt selbst ist ein Labyrinth aus mittelalterlichen Gassen, die sich um den zentralen Marktplatz gruppieren. Hier findet ihr die berühmte Pestsäule und Häuser mit bemalten Fassaden, deren Farben selbst unter grauem Winterhimmel leuchten. Besonders stimmungsvoll wird es in den Abendstunden, wenn die Straßenlaternen die kopfsteingepflasterten Wege in warmes Licht tauchen.
Romantische Erlebnisse für zwei
Ein Spaziergang entlang der Moldau gehört zu den intensivsten Erfahrungen, die Český Krumlov bietet. Die verschiedenen Aussichtspunkte – vom Klostergarten bis zur Terrasse nahe der Brauerei – schenken immer neue Perspektiven auf die Flussschleifen und die darüberliegenden Türme. Im Januar habt ihr diese Spots oft ganz für euch allein.
Die Stadt beherbergt mehrere kleine Museen, die an kalten Nachmittagen willkommene Zuflucht bieten. Das Fotomuseum dokumentiert die Geschichte der Region in eindrucksvollen Schwarzweißaufnahmen, während das Museum der Alltagskultur Einblicke in das Leben vergangener Jahrhunderte gewährt. Der Eintritt liegt meist zwischen drei und fünf Euro pro Person – ein überschaubarer Betrag für mehrere Stunden interessanter Zeitreise.
Für kunstaffine Paare lohnt sich der Besuch des Egon-Schiele-Art-Centrums. Der österreichische Maler verbrachte Zeit in der Stadt seiner Mutter, und die wechselnden Ausstellungen zeigen neben seinen Werken auch zeitgenössische Kunst. Mit etwa acht Euro Eintritt bleibt auch dies im erschwinglichen Rahmen.
Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise
Die tschechische Küche ist herzhaft, wärmend und perfekt für Wintertage. In den zahlreichen traditionellen Gaststätten der Altstadt bekommt ihr deftige Gerichte zu erstaunlich günstigen Preisen. Eine üppige Portion Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut kostet selten mehr als acht Euro, dazu ein halber Liter des hervorragenden böhmischen Bieres für etwa zwei Euro.
Für ein romantisches Abendessen zu zweit solltet ihr mit 35 bis 50 Euro rechnen – inklusive Vorspeisen, Hauptgerichten, Dessert und Getränken. Das ist deutlich weniger als in westeuropäischen Touristenzielen, bei gleichzeitig authentischer Atmosphäre in historischen Gewölben mit Kerzenbeleuchtung.

Tagsüber laden kleine Bäckereien zu süßen Pausen ein. Traditionelles Gebäck wie Trdelník – ein mit Zimt und Zucker bestreuter Hefeteigkringel – wird frisch zubereitet und kostet etwa zwei Euro. Dazu ein heißer Glühwein oder Punsch für drei Euro, und der Winterspaziergang kann weitergehen.
Übernachten wie Adelige – ohne fürstliche Ausgaben
Im Januar sinken die Unterkunftspreise deutlich. Charmante Pensionen in historischen Gebäuden mitten in der Altstadt bieten Doppelzimmer bereits ab 40 Euro pro Nacht an. Für 60 bis 80 Euro nächtigt ihr in liebevoll restaurierten Häusern mit Holzbalkendecken, antiken Möbeln und Blick auf die beleuchtete Burg.
Wer sich etwas mehr gönnen möchte, findet Boutique-Unterkünfte mit Himmelbetten und historischem Flair für etwa 100 Euro die Nacht. Das Frühstück ist meist im Preis enthalten und fällt oft üppig aus – eine gute Grundlage für einen Tag voller Entdeckungen.
Bucht direkt bei den Unterkünften statt über große Plattformen. Viele Gastgeber gewähren bei Direktbuchungen Rabatte oder kleine Extras wie eine Flasche regionalen Weins zur Begrüßung.
Fortbewegung leicht gemacht
Die Altstadt von Český Krumlov ist autofrei und so kompakt, dass ihr alles zu Fuß erreicht. Vom südlichen Ende zum nördlichen Punkt sind es kaum 15 Minuten Fußweg – allerdings werdet ihr deutlich länger brauchen, weil ständig neue fotogene Ecken zum Verweilen einladen.
Die Anreise aus Deutschland gestaltet sich unkompliziert. Mit dem Auto seid ihr von München aus in etwa zweieinhalb Stunden da, von Prag dauert es knapp drei Stunden. Regelmäßige Busverbindungen ab Prag kosten etwa acht bis zwölf Euro pro Person und Strecke – eine kostengünstige Alternative zum Mietwagen. Die Busse fahren mehrmals täglich und bringen euch direkt zum Stadtrand, von wo aus es nur noch wenige Gehminuten bis ins Zentrum sind.
Geheimtipps für besondere Momente
Steht früh auf und erlebt den Sonnenaufgang vom Schlosshügel. In den klaren Januarmorgen steigt oft Nebel aus der Moldau auf und hüllt die Stadt in mystisches Licht. Ihr werdet praktisch allein sein – ein magischer Moment für frischvermählte Paare.
Besucht die kleine Synagoge abseits der Hauptrouten. Das bescheidene Gebäude erzählt von der jüdischen Geschichte der Stadt und bietet einen ruhigen Kontrast zum touristischeren Schlossbereich.
Plant einen Abendspaziergang nach dem Abendessen ein. Wenn die Tagesbesucher abgereist sind und die Einheimischen sich in ihre Häuser zurückgezogen haben, gehört euch die beleuchtete Altstadt fast exklusiv. Die Reflexionen der Laternen auf den alten Mauern schaffen eine Stimmung, die noch lange in Erinnerung bleibt.
Praktische Überlegungen für den Januarbesuch
Packt warme, wasserfeste Kleidung und bequeme Winterstiefel mit rutschfester Sohle. Die Kopfsteinpflaster können bei Schnee und Eis glatt werden. Mehrere dünne Schichten funktionieren besser als ein dicker Mantel, da ihr zwischen kalten Außenbereichen und geheizten Innenräumen wechselt.
Die meisten Geschäfte und Restaurants akzeptieren Kreditkarten, aber einige kleinere Betriebe bevorzugen Bargeld. Hebt am besten gleich bei Ankunft etwas Tschechische Kronen ab – die Wechselkurse an Automaten sind fair, Wechselstuben in Touristengebieten hingegen oft überteuert.
Ein Wochenende reicht aus, um die wesentlichen Highlights zu sehen, aber drei Tage ermöglichen ein entspannteres Tempo mit Zeit für ausgedehnte Café-Besuche und spontane Entdeckungen. Die Mischung aus kulturellen Sehenswürdigkeiten, romantischer Atmosphäre und günstigen Preisen macht Český Krumlov zu einem Geheimtipp für Hochzeitsreisende, die Wert auf Authentizität statt auf Luxus-Klischees legen.
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