Während andere Paare ihre Flitterwochen in überlaufenen Strandresorts verbringen, entscheiden sich immer mehr frisch Vermählte für ein Abenteuer, das wirklich unvergesslich bleibt. Kathmandu im Januar bietet genau diese Mischung aus Exotik, Spiritualität und Abenteuer – und das zu Preisen, die selbst bei einem begrenzten Hochzeitsbudget noch Raum für Extras lassen. Der erste Monat des Jahres ist ideal für die nepalesische Hauptstadt: klare Sicht auf die Himalaya-Gipfel, angenehme Tagestemperaturen um 15-20 Grad und deutlich weniger Touristen als in den Folgemonaten.
Warum Kathmandu perfekt für Frischvermählte ist
Die mystische Atmosphäre dieser jahrtausendealten Stadt schafft eine Kulisse, die romantischer kaum sein könnte. Nebelschwaden ziehen morgens durch die engen Gassen des Durbar Square, während Glockenläuten aus buddhistischen Tempeln den Tag einläutet. Für Paare, die gemeinsam etwas Bedeutsames erleben möchten statt nur nebeneinander am Strand zu liegen, ist Kathmandu eine Offenbarung. Hier teilt ihr Momente echter Ehrfurcht – wenn ihr Hand in Hand vor der riesigen Stupa von Boudhanath steht oder zusammen durch die Räucherstäbchen-durchwehten Gassen von Thamel schlendert.
Der Januar bringt noch einen weiteren Vorteil: Die Fernsicht ist spektakulär. An klaren Morgenden seht ihr die schneebedeckten Himalaya-Gipfel direkt von der Stadt aus – ein Anblick, der später im Jahr oft durch Dunst verdeckt wird. Diese kristallklare Luft macht auch Tagesausflüge in die umliegenden Berge besonders lohnenswert.
Spirituelle Höhepunkte und kulturelle Schätze
Beginnt eure Erkundung am besten früh morgens am Pashupatinath-Tempel. Dieser heiligste Hindu-Tempel Nepals liegt am Ufer des Bagmati-Flusses, und die morgendlichen Zeremonien bieten einen tiefen Einblick in die lebendige spirituelle Tradition des Landes. Der Eintritt kostet etwa 9 Euro pro Person, doch der kulturelle Reichtum, den ihr hier erlebt, ist unbezahlbar. Respektiert die religiösen Praktiken, zieht euch angemessen an und bewegt euch ruhig durch die Tempelanlage.
Die große Stupa von Boudhanath, eines der bedeutendsten buddhistischen Heiligtümer weltweit, sollte auf eurer Liste ganz oben stehen. Schließt euch den Pilgern an, die im Uhrzeigersinn um das monumentale Bauwerk gehen, dreht die Gebetsmühlen und lasst die meditative Atmosphäre auf euch wirken. Die umliegenden Dachterrassen der kleinen Lokale bieten perfekte Aussichtspunkte – für umgerechnet 2-3 Euro bekommt ihr hier einen Tee und könnt stundenlang das Treiben beobachten.
Der Swayambhunath-Tempel, auch als Affentempel bekannt, thront auf einem Hügel westlich der Stadt. Die 365 Stufen nach oben sind schweißtreibend, doch der Panoramablick über das Kathmandu-Tal entschädigt jeden Schritt. Kommt zum Sonnenuntergang, wenn das goldene Licht die Stadt in warme Töne taucht und die Gebetsfahnen im Wind flattern.
Kulinarische Entdeckungen zu zweit
Die nepalesische Küche ist eine der unterschätztesten Asiens. Dal Bhat, das Nationalgericht aus Linsensuppe, Reis und verschiedenen Beilagen, bekommt ihr in lokalen Gaststätten für 2-3 Euro. Das Besondere: In den meisten traditionellen Lokalen sind Nachschläge kostenlos – ihr werdet also definitiv satt. Probiert auch Momos, die nepalesischen Teigtaschen, die gedämpft oder gebraten für etwa 1,50 Euro pro Portion angeboten werden.
Im Stadtteil Thamel findet ihr eine bunte Mischung aus traditionellen Eateries und modernen Lokalen, die internationale Küche mit nepalesischem Touch servieren. Eine komplette Mahlzeit für zwei Personen in einem gemütlichen Restaurant mit Atmosphäre kostet selten mehr als 15 Euro. Besonders romantisch wird es in den Innenhöfen der traditionellen Newari-Häuser, wo ihr bei Kerzenschein speisen könnt.
Vergesst nicht die Straßensnacks: Sel Roti (süße Reisringe), Chatamari (nepalesische Pizza) oder frisch frittierte Pakoras kosten zwischen 50 Cent und 1 Euro und sind perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch.
Übernachtungsmöglichkeiten mit Charme und ohne Luxuspreise
Kathmandu bietet eine erstaunliche Auswahl an charaktervollen Unterkünften für Flitterwöchner mit Budget-Bewusstsein. In der Altstadt findet ihr renovierte Newari-Häuser, die zu charmanten Gästehäusern umgebaut wurden. Für 25-40 Euro pro Nacht bekommt ihr ein sauberes Doppelzimmer mit eigenem Bad, oft mit geschnitzten Holzfenstern und Blick auf einen Innenhof. Manche bieten sogar Dachterrassen mit Himalaya-Blick.

Das Viertel Boudhanath ist ideal für Paare, die eine ruhigere Atmosphäre suchen. Hier liegen die Preise ähnlich, aber die Umgebung ist weniger hektisch als im touristischen Thamel. Ihr wacht mit dem Klang von Gebetstrommeln auf und könnt vor dem Frühstück eine Runde um die Stupa drehen.
Fragt bei der Buchung nach Hochzeitsrabatten oder Honeymoon-Packages – viele Gastgeber dekorieren das Zimmer mit Blumen oder bieten ein besonderes Frühstück an, wenn sie wissen, dass ihr frisch verheiratet seid.
Fortbewegung leicht gemacht
Die meisten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum erreicht ihr problemlos zu Fuß. Die Distanzen sind überschaubar, und gerade das ziellose Umherschlendern durch die verwinkelten Gassen offenbart oft die schönsten Entdeckungen. Für längere Strecken stehen euch lokale Busse zur Verfügung, die für umgerechnet 20-30 Cent jeden Stadtteil anfahren – allerdings sind sie oft überfüllt und gewöhnungsbedürftig.
Komfortabler und immer noch günstig sind Taxis oder Ride-Sharing-Dienste. Eine Fahrt quer durch die Stadt kostet selten mehr als 4-5 Euro. Verhandelt den Preis vor der Fahrt oder besteht auf die Nutzung des Taxameters. Für Tagesausflüge könnt ihr euch ein privates Fahrzeug mit Fahrer mieten – rechnet mit etwa 40-50 Euro für einen ganzen Tag, was sich besonders lohnt, wenn ihr mehrere Orte außerhalb der Stadt besuchen möchtet.
Lohnenswerte Ausflüge ins Umland
Nur 32 Kilometer östlich liegt Bhaktapur, eine mittelalterliche Stadt, die wie eine Zeitkapsel wirkt. Der Eintrittspreis von etwa 12 Euro mag zunächst hoch erscheinen, doch er gilt für die gesamte Altstadt und unterstützt deren Erhaltung. Schlendert durch kopfsteingepflasterte Plätze, bewundert die kunstvollen Holzschnitzereien und probiert den berühmten Juju Dhau, den „Königsjoghurt“, der in Tonschalen serviert wird.
Nagarkot, etwa 30 Kilometer nordöstlich, ist berühmt für seine Sonnenauf- und -untergänge über dem Himalaya. Im Januar sind die Chancen ausgezeichnet, die gesamte Bergkette inklusive des Mount Everest zu sehen. Eine Nacht dort oben kostet in einfachen, aber sauberen Unterkünften ab 20 Euro und gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen eurer Hochzeitsreise.
Patan, die Schwesterstadt im Süden, erreicht ihr für weniger als einen Euro per Bus. Der Durbar Square dort ist weniger überlaufen als der in Kathmandu und beeindruckt mit seiner Konzentration an Tempeln und Palästen auf engstem Raum.
Praktische Hinweise für eure Reise
Nehmt ausreichend Bargeld mit, da Geldautomaten zwar verfügbar sind, aber Gebühren verlangen und manchmal nicht funktionieren. Kleinere Scheine sind Gold wert – viele Verkäufer haben kein Wechselgeld für größere Noten. Ein ATM-Bezug kostet etwa 4-5 Euro Gebühr, plant eure Abhebungen also entsprechend.
Packt Schichten ein: Die Januartage sind warm und sonnig, aber sobald die Sonne untergeht, wird es kühl. Eine leichte Jacke oder ein Pullover für die Abende ist unverzichtbar. Bequeme Schuhe mit gutem Profil helfen bei den vielen Treppenstufen und unebenen Wegen.
Eine lokale SIM-Karte mit Datenvolumen kostet etwa 5-8 Euro und erleichtert die Navigation und Kommunikation enorm. Ihr bekommt sie am Flughafen oder in zahllosen Geschäften in Thamel.
Plant etwa 30-40 Euro pro Person und Tag ein für Unterkunft, Mahlzeiten, Transport und Eintritte – damit kommt ihr gut zurecht und könnt euch auch mal etwas Besonderes gönnen. Kathmandu beweist eindrucksvoll, dass eine unvergessliche Hochzeitsreise kein Vermögen kosten muss, sondern dass die intensivsten Erlebnisse oft jenseits der Luxusresorts warten.
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