Warum Ihr Kochfeld trotz Putzen weiter stinkt und wie Sie das Problem für immer lösen

Verbranntes Fett auf dem Kochfeld riecht nicht nur unangenehm. Es ist in chemischer Hinsicht ein komplexes Gemisch aus oxidierten Fettsäuren, flüchtigen Verbindungen und Partikeln, die sich in Poren, Fugen und Dunstabzugshauben ablagern. Diese Moleküle setzen sich fest und reagieren weiter mit Sauerstoff – deshalb verschwindet der Geruch nicht, selbst wenn die Oberfläche gereinigt scheint.

Viele Haushalte greifen in solchen Fällen zu stark parfümierten Sprays oder Duftkerzen. Diese überdecken das Problem, beseitigen es aber nicht. Der eigentliche Weg zur neutralen Küche führt über das Verständnis der Prozesse, die während des Erhitzens und Verbrennens von Fetten ablaufen.

Wer regelmäßig kocht, kennt das Phänomen: Selbst nach gründlichem Wischen bleibt ein hartnäckiger, leicht ranziger Geruch zurück. Besonders deutlich wird dies, wenn das Kochfeld erneut erhitzt wird. Dann treten die Gerüche verstärkt auf, als würden sie aus der Oberfläche selbst aufsteigen. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen kontinuierlichen chemischen Prozess, der weit über die sichtbare Verschmutzung hinausgeht.

Die meisten Menschen unterschätzen, wie tief sich Fettreste in die Struktur moderner Kochfelder einlagern können. Glaskeramik- und Induktionsoberflächen wirken glatt und undurchlässig, doch auf molekularer Ebene bieten sie zahlreiche Angriffspunkte für organische Substanzen. Einmal dort verankert, beginnen diese Rückstände ein Eigenleben zu entwickeln – sie oxidieren, polymerisieren und setzen dabei stetig neue Geruchsmoleküle frei.

Die chemische Realität hinter schlechten Gerüchen auf dem Kochfeld

Was genau geschieht, wenn Fett auf eine heiße Kochfläche tropft? Fettreste, die während des Kochens oder Bratens auf das Glaskeramik- oder Induktionskochfeld gelangen, unterliegen ab einer bestimmten Temperatur komplexen Zersetzungsprozessen. Laut Experten entstehen dabei durch chemische Reaktionen aus einzelnen Molekülen langkettige Verbindungen – Fette und Öle verharzen regelrecht. Dieser Prozess führt zur Bildung polymerisierter Strukturen, die sich extrem hartnäckig an Oberflächen heften.

Diese Verbindungen sind hochreaktiv und haften besonders stark an Oberflächen, die leicht angeraut oder porös sind. Sobald diese Rückstände wieder erhitzt werden, zum Beispiel bei der nächsten Kochrunde, verdampfen Teile davon und oxidieren weiter. Das erklärt, warum ein Kochfeld, das nur oberflächlich gereinigt wurde, später immer wieder den gleichen beißenden Geruch entwickelt.

Dazu kommt ein zweiter, weniger offensichtlicher Faktor: Mikropartikel aus eingebranntem Zucker oder Stärke, die Fettmoleküle binden und ihre Entfernung erschweren. Die Kombination aus hoher Temperatur, Luftsauerstoff und diesen organischen Resten bildet eine Art dünne Polymer-Schicht – sichtbar als brauner, matter Belag.

Was wir als Geruch wahrnehmen, ist in Wirklichkeit die konstante Emission einer Reaktionsfläche aus oxidiertem Fett. Diese chemischen Umwandlungen laufen kontinuierlich ab, solange organisches Material und Sauerstoff vorhanden sind. Selbst bei Raumtemperatur schreitet dieser Prozess voran, wenn auch langsamer. Bei jeder erneuten Erhitzung beschleunigt er sich jedoch dramatisch.

Die Intensität des Geruchs hängt dabei nicht nur von der Menge des verbrannten Fetts ab, sondern auch von der Art der verwendeten Öle und Fette. Verschiedene Fettsäuren zersetzen sich unterschiedlich schnell und bilden verschiedene Abbauprodukte. Besonders problematisch sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die besonders reaktionsfreudig sind und schnell oxidieren.

Warum herkömmliche Reinigungsmittel das Problem oft verschlimmern

Viele handelsübliche Fettlöser basieren auf Ammoniak oder Natriumhydroxid. Wie in der Fachliteratur dokumentiert, schaffen alkalische Spezialreiniger durch ihren hohen pH-Wert eine Verseifung der Fette. Diese Stoffe reagieren stark alkalisch – effektiv gegen frisches Fett, aber problematisch bei eingebranntem Material. Denn sie zersetzen nur die oberste Molekülschicht, während die tieferen Schichten chemisch unverändert bleiben.

Zudem können sie auf Glaskeramikoberflächen mikroskopisch feine Kratzer hinterlassen, in denen sich erneut Geruchspartikel absetzen. Die Oberfläche wird dadurch rauer und bietet noch mehr Angriffsfläche für zukünftige Verschmutzungen. Was kurzfristig als Erfolg erscheint, verschlimmert das Problem langfristig.

Ein zweiter Irrtum ist der Einsatz von Essigessenz auf heißem Kochfeld. Essigsäure neutralisiert Gerüche kurzfristig, kann aber gleichzeitig die Korrosion von Metallrahmen beschleunigen und Silikonfugen beschädigen. Der Geruch verschwindet scheinbar – nur um nach ein bis zwei Stunden erneut aufzutreten, wenn Verdunstungsreste mit Luftfeuchtigkeit reagieren.

Viele Verbraucher greifen auch zu Scheuermitteln mit abrasiven Partikeln. Diese mögen zwar oberflächliche Verkrustungen entfernen, erzeugen dabei aber mikroskopische Rillen in der Glaskeramik. In diesen Vertiefungen sammeln sich bei der nächsten Kochrunde erneut Fettmoleküle, die noch schwerer zu entfernen sind als zuvor. Ein Teufelskreis entsteht.

Das eigentliche Ziel muss also sein, die chemischen Reste vollständig zu spalten oder zu lösen, nicht nur zu überdecken oder mechanisch abzutragen. Nur eine Methode, die auf molekularer Ebene wirkt, kann dauerhafte Erfolge erzielen.

Die tiefenreinigende Kraft kontrollierter Oxidation

Ein bewährter Ansatz zur Entfernung verbrannter Fette nutzt eine milde, aber gezielte oxidative Reinigung. Haushaltsübliche Methoden mit Backpulver oder Natron werden in zahlreichen Ratgebern dokumentiert und haben sich in der Praxis bewährt. Diese Stoffe wirken durch die Freisetzung von Sauerstoff, der organische Molekülketten aufspaltet, ohne abrasive Rückstände zu hinterlassen.

Das Verfahren funktioniert so: Das Kochfeld vollständig abkühlen lassen, eine Paste aus einem Teil Backpulver oder Natron und zwei Teilen warmem Wasser anrühren, die Paste gleichmäßig auf die betroffenen Stellen auftragen und mit Frischhaltefolie abdecken. Nach 40 Minuten die Folie entfernen, die Oberfläche mit einem Mikrofasertuch und klar warmem Wasser abwischen.

Während der Einwirkzeit dringt der freigesetzte Sauerstoff tief in die verbrannten Rückstände ein. Dabei oxidiert er die Ketten von Fettsäuren zu kleineren Molekülen, die wasserlöslich sind. Der Geruch verschwindet dauerhaft, weil die Quelle chemisch umgewandelt wird.

Diese Methode ist wesentlich nachhaltiger als Lösungsmittelprodukte, die häufig aggressive Chemikalien enthalten. Gleichzeitig bleibt die Glaskeramik-Oberfläche unversehrt – ein kritischer Punkt für moderne Induktionsfelder, deren Funktion auf exakt planem Kontakt basiert. Die sanfte, aber effektive Wirkung macht diese Reinigungsmethode zur ersten Wahl für regelmäßige Tiefenreinigung.

Alternativ kann auch eine Kombination aus Essig und Backpulver eingesetzt werden, wie in vielen Haushaltsratgebern empfohlen wird. Die sprudelnde Reaktion zwischen der Säure und der Base lockert festsitzende Rückstände mechanisch, während gleichzeitig die chemische Spaltung stattfindet. Wichtig ist dabei, die Mischung nicht auf heißem Kochfeld anzuwenden, um Materialschäden zu vermeiden.

Wie sich unsichtbare Rückstände durch Wärmeverteilung verstärken

Ein Aspekt, den viele unterschätzen: Temperaturbedingte Ausdehnung und Kontraktion verändern die Struktur der Glasoberfläche minimal. Schon eine ungleichmäßige Erwärmung kann winzige Spannungsfelder erzeugen, die wiederum mikroskopische Poren öffnen oder erweitern.

In diesen Poren lagern sich Dämpfe und feinste Fettmoleküle fest, wo sie unter Einfluss von Luftsauerstoff weiter zersetzen – ein Prozess, der über Tage hinweg neue Geruchsmoleküle freisetzt. Darum hilft nur eine Reinigung, die tief in diese mikroskopischen Zonen eindringt. Oberflächliche Wischbewegungen erreichen diese versteckten Ablagerungen nicht.

Die thermische Belastung beim Kochen führt zu wiederholten Ausdehnungs- und Kontraktionszyklen. Jeder Zyklus kann die Oberflächenstruktur minimal verändern und neue Bereiche schaffen, in denen sich Rückstände festsetzen können. Besonders kritisch sind sogenannte Hotspots – Bereiche, die regelmäßig überhitzt werden, etwa die Stelle, an der häufig eine bestimmte Pfanne steht.

Nach einer gründlichen Behandlung ist es sinnvoll, die Oberfläche mit hochprozentigem Alkohol abzuwischen. Das entfernt letzte organische Rückstände und verdampft rückstandsfrei, wodurch eine saubere, glatte Schicht entsteht, an der kein Fett mehr so leicht haftet. Diese abschließende Reinigung versiegelt die Oberfläche gleichsam und erschwert die Neubildung von Ablagerungen.

Neutralisierung statt Parfümierung – das wissenschaftlich sinnvolle Ziel

Gerüche sind keine kosmetische Belästigung, sondern ein Signal für chemische Prozesse. Der menschliche Geruchssinn ist hochempfindlich und kann viele dieser Stoffe schon bei äußerst geringen Konzentrationen wahrnehmen. Daher ist es wirkungsvoller, die Quelle zu neutralisieren, statt mit Duftstoffen zu konkurrieren.

Für diesen Zweck eignen sich reaktive Adsorbentien wie Aktivkohle deutlich besser als parfümierte Reinigungsprodukte. Ein kleiner, auf dem Küchentisch platzierter Beutel mit Aktivkohlegranulat absorbiert freie flüchtige Moleküle aus der Luft. Die enorme innere Oberfläche des Materials bindet Geruchsstoffe durch physikalische Kräfte dauerhaft.

Die Methode funktioniert rein physikalisch: Geruchsmoleküle diffundieren in die poröse Struktur der Aktivkohle und werden dort festgehalten. Anders als bei Lufterfrischern, die lediglich einen stärkeren Duft überlagern, werden die Geruchsstoffe tatsächlich aus der Luft entfernt. Das Ergebnis ist echte Geruchsfreiheit, nicht nur Maskierung.

Zusätzlich zu Aktivkohle können auch andere natürliche Adsorber eingesetzt werden:

  • Aktivkohle bindet viele organische Verbindungen aus der Raumluft innerhalb weniger Stunden.
  • Natron auf dem Kochfeldrand bindet Feuchtigkeit und verhindert Neubildung flüchtiger Verbindungen.
  • Kaffeepulver wirkt als natürlicher Geruchsbinder und kann in kleinen Schalen in der Küche platziert werden.

Durch diese Kombination wird die Luft nicht nur neutral, sondern chemisch stabilisiert – eine Grundlage für anhaltende Frische im gesamten Kochbereich. Die Methoden sind einfach, kostengünstig und vollkommen ungiftig, was sie besonders für Haushalte mit Kindern oder Haustieren geeignet macht.

Der Einfluss von Material und Konstruktion des Kochfelds

Nicht jedes Kochfeld reagiert gleich auf eingebrannte Rückstände. Glas, Emaille und Edelstahl besitzen unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten und Oberflächeneigenschaften, die das Anhaften von Fett beeinflussen.

Glaskeramik ist gering porös, aber bei unsachgemäßer Reinigung empfindlich gegenüber Kratzern. Hier sind sanfte oxidative Reinigungsmethoden ideal.

Edelstahl ist schnell wärmeleitend und neigt zu heißeren Punkten. Regelmäßige Entfernung frischer Rückstände mit mildem alkalischem Reiniger ist empfehlenswert.

Emaille bietet eine stabile Oberfläche, ist dafür anfälliger für Mikroabplatzungen, die Fettreste halten. Eine vorsorgliche Behandlung kann die Poren versiegeln.

Die Materialwahl hat direkten Einfluss darauf, wie sich Fett verhält und wie es sich entfernen lässt. Glaskeramik etwa hat den Vorteil, dass sie bei richtiger Pflege sehr glatt bleibt und Fett wenig Haftfläche bietet. Allerdings können bereits feine Kratzer diese Eigenschaft zunichtemachen. Edelstahl hingegen ist robuster gegenüber mechanischer Beanspruchung, entwickelt aber bei ungleichmäßiger Erhitzung leichter festgebrannte Stellen.

Eine präventive Maßnahme, die häufig übersehen wird, ist die Temperaturkontrolle beim Anbraten. Schon wenige Grad über dem Rauchpunkt des verwendeten Öls führen zu Fettzersetzung. Wer also beim Braten die Hitze zurücknimmt, sobald erste Dampfentwicklung sichtbar wird, verhindert die Entstehung jener Moleküle, die später den Geruch verursachen.

Verschiedene Öle haben unterschiedliche Rauchpunkte. Raffiniertes Rapsöl etwa hält höhere Temperaturen aus als natives Olivenöl. Die Wahl des richtigen Bratfetts für die jeweilige Temperatur ist daher eine der effektivsten Präventionsmaßnahmen überhaupt. Kokosöl, Butterschmalz und raffinierte Pflanzenöle eignen sich für hohe Temperaturen, während kaltgepresste Öle besser für niedrigere Temperaturen reserviert bleiben sollten.

Luftströmungen und ihre Rolle bei der Geruchsbindung

Selbst das sauberste Kochfeld bleibt nicht langfristig geruchsfrei, wenn die Raumluft falsch geführt wird. Fettmoleküle kondensieren in der Umgebungsluft und lagern sich auf kalten Flächen ab – der Grund, warum auch Wandfliesen oder Dunstabzugsfilter riechen können, obwohl das Kochfeld makellos ist.

Eine effektive Prävention beginnt mit der regelmäßigen Reinigung des Metallfilters der Dunstabzugshaube. Dieser sollte alle zwei Wochen in einer heißen Natronlauge – einen Esslöffel Natron auf einen Liter Wasser – entölt werden. Die alkalische Lösung verseift die Fettablagerungen und macht sie wasserlöslich. Nach dem Einweichen lassen sich selbst hartnäckige Verkrustungen mühelos entfernen.

In Küchen mit Umluftbetrieb helfen zusätzlich Geruchsabsorber auf Basis von Aktivkohle, die alle drei Monate gewechselt werden sollten. Diese Filter sind oft im Lieferumfang moderner Dunstabzugshauben enthalten, werden aber häufig vernachlässigt. Ihre regelmäßige Erneuerung ist entscheidend für die Luftqualität in der Küche.

Die Luftzirkulation selbst lässt sich optimieren, indem man Fenster gegenüberliegend öffnet – dadurch entsteht eine gerichtete Strömung, die Dämpfe schneller abführt. Das verhindert, dass sich flüchtige organische Verbindungen in Textilien oder Holzfronten festsetzen können. Besonders nach dem Braten oder Frittieren ist diese Querlüftung wirksam.

Mikroklima und Feuchtigkeit – unterschätzte Faktoren für Geruchsbildung

Feuchtigkeit ist ein Katalysator chemischer Umwandlung. In einem leicht feuchten Raum reagieren Rückstände von Fettsäuren mit Sauerstoff deutlich schneller zu Säuren und weiteren Abbauprodukten. Besonders in schlecht belüfteten Küchen entstehen dadurch über Nacht wieder wahrnehmbare Gerüche – selbst wenn am Abend gründlich gereinigt wurde.

Ein moderates Luftfeuchtigkeitsniveau reduziert diese Reaktionsgeschwindigkeit spürbar. Ein kompaktes Hygrometer und, falls nötig, ein kleiner Raumluftentfeuchter sind daher praktische Instrumente, um die chemische Stabilität im Küchenraum zu erhalten. Besonders in Erdgeschosswohnungen oder Kellerwohnungen, wo die Luftfeuchtigkeit natürlicherweise höher ist, kann diese Maßnahme einen deutlichen Unterschied machen.

Auch die Tageszeit spielt eine Rolle. Nachts sinkt die Temperatur, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Genau in dieser Phase können Fettrückstände Feuchtigkeit aufnehmen und dabei quellen. Am nächsten Morgen, wenn das Kochfeld wieder erhitzt wird, werden die in der Nacht aufgenommenen Wassermoleküle schlagartig freigesetzt – zusammen mit gelösten Geruchsstoffen.

Ein weiterer Faktor ist die Kondensation. Beim Kochen entstehen große Mengen Wasserdampf, der an kühleren Oberflächen kondensiert. Diese dünnen Wasserfilme lösen Fettreste teilweise an und transportieren sie auf andere Flächen. So kann ein zunächst sauberer Bereich plötzlich Gerüche entwickeln, weil kontaminiertes Kondenswasser dorthin geflossen ist.

Nachhaltige Strategien für eine dauerhaft neutrale Küche

Ein geruchsfreies Kochfeld ist das Resultat kontinuierlicher, aber gezielter Mikro-Pflege. Die wichtigsten Punkte lassen sich in einem einfachen System zusammenfassen:

  • Sofort handeln: Fettspritzer im warmen Zustand mit feuchtem Mikrofasertuch entfernen. Eingetrocknete Reste härten mit der Zeit chemisch aus und sind dann erheblich schwieriger zu beseitigen.
  • Täglich neutralisieren: Nach jedem Kochen mit Alkohol oder neutralem pH-Reiniger wischen. Diese kurze Routine verhindert die Ansammlung von Rückständen und unterbricht den Oxidationsprozess.
  • Wöchentlich oxidieren: Backpulver, Natron oder ähnliche Mittel zur Tiefenreinigung anwenden. Diese regelmäßige Intensivbehandlung entfernt auch jene Rückstände, die sich der täglichen Reinigung entziehen.
  • Luft pflegen: Aktivkohle und regelmäßige Filterreinigung beibehalten. Die Luftqualität ist mindestens ebenso wichtig wie die Oberflächensauberkeit.
  • Feuchtigkeit kontrollieren: Küchenraum trocken halten, besonders über Nacht. Ein trockenes Mikroklima verlangsamt chemische Zersetzungsprozesse erheblich.

Diese Routine ist nicht aufwendig, erzeugt aber eine langzeitstabile Oberfläche, die weder riecht noch verfärbt. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und schafft ein System, das sich selbst verstärkt. Je konsequenter die Pflege, desto geringer wird der Aufwand mit der Zeit, weil sich kaum noch hartnäckige Ablagerungen bilden können.

Besonders wichtig ist die Sofortreaktion. Ein frischer Fettspritzer lässt sich in Sekunden entfernen, während derselbe Spritzer nach 24 Stunden bereits polymerisiert sein kann und intensive Behandlung erfordert. Diese Erkenntnis allein kann den Pflegeaufwand auf einen Bruchteil reduzieren.

Kleine wissenschaftliche Beobachtungen mit großem Nutzen

Ein Detail, das in Beobachtungen zur Innenraumluftqualität immer wieder auffällt: Gerüche aus verbranntem Fett können auf Mikrostrukturen hinweisen, die mit der Zeit auch die Materialintegrität des Kochfelds schwächen können. Wer regelmäßig reinigt, entfernt also nicht nur Gerüche, sondern verlängert die Lebensdauer des Kochfelds selbst.

Die chemischen Prozesse, die Gerüche erzeugen, greifen nämlich auch das Material an. Fettsäuren sind in ihrer oxidierten Form oft korrosiv. Sie können Dichtungen spröde machen, Metallrahmen anätzen und selbst Glaskeramik minimal aufrauen. Was als reines Geruchsproblem beginnt, entwickelt sich unbemerkt zu einem Verschleißproblem.

Interessant ist auch der Zusammenhang mit der Wahrnehmung: Eine geruchsfreie Küche kann die Geschmackswahrnehmung verbessern, da das olfaktorische System nicht gleichzeitig von Restmolekülen belastet wird. Deshalb wird Essen in neutral duftenden Räumen oft als klarer im Geschmack bewertet. Professionelle Köche wissen das und legen großen Wert auf geruchsneutrale Arbeitsumgebungen.

Auch die psychologische Komponente sollte nicht unterschätzt werden. Eine Küche, die frisch und neutral riecht, lädt zum Kochen ein. Umgekehrt kann ein persistenter Fettgeruch dazu führen, dass man die Küche meidet oder weniger Freude am Kochen hat. Die Investition in gute Pflege zahlt sich also auch in Lebensqualität aus.

Wenn Gerüche trotz Reinigung nicht verschwinden

Bleibt ein leicht ranziger Ton trotz gründlicher Reinigung spürbar, liegt die Ursache häufig unter der Kochplatte – also im Bereich der Dichtungen oder der inneren Lüftungsöffnungen. Dort sammeln sich über Jahre winzige Fettnebel, die durch Wärme immer wieder ihre Gase abgeben.

Ein Fachtechniker kann die Dichtungsringe kurzzeitig entfernen, sodass man sie mit Alkohol reinigen oder bei starker Alterung austauschen kann. Diese versteckten Bereiche sind für normale Reinigung nicht zugänglich, können aber erheblich zur Geruchsbelastung beitragen. Oft ist gerade diese verborgene Verschmutzung der Grund für scheinbar unerklärliche Gerüche.

In seltenen Fällen tragen auch verkohlte Rückstände in der Dunstabzugshaube zur permanenten Geruchsentwicklung bei. Die Innenseiten der Abzugskanäle sind oft mit einer dicken, teerigen Schicht überzogen, die bei jedem Betrieb erhitzt wird und Gerüche abgibt. Dann hilft nur eine professionelle Reinigung oder der Austausch der Filtereinheit.

Manchmal liegt das Problem auch an unerwarteter Stelle: Holzfronten oder Kunststoffgriffe können Fettnebel absorbiert haben und diese nach und nach wieder abgeben. Eine gründliche Reinigung aller Küchenfronten mit Fettlöser kann in solchen Fällen Wunder wirken. Auch Vorhänge, Topflappen und andere Textilien sollten regelmäßig gewaschen werden.

Der dezente Duft der Sauberkeit – wenn Neutralität zum Qualitätsmerkmal wird

Eine Küche, die nach nichts riecht, ist ein Zeichen von chemischem Gleichgewicht. Geruchsfreiheit bedeutet, dass Fette, Säuren und Luftfeuchtigkeit sich in einem stabilen Zustand befinden – kein Prozess der Zersetzung mehr läuft.

Dieser Zustand ist erreichbar, wenn Oberflächen von Anfang an richtig behandelt, die Temperatur kontrolliert und flüchtige Stoffe physisch gebunden werden. Die Methode mit Backpulver, Natron und anderen haushaltsüblichen Mitteln in Kombination mit gezielter Adsorption und Luftfeuchtigkeitskontrolle schafft genau das: eine Küche, die nach reinem Material duftet – Glas, Metall, Holz – und sonst nach nichts.

Manchmal zeigt sich die Qualität der Pflege nicht durch Duft, sondern durch dessen völlige Abwesenheit. Wer das Kochfeld von der chemischen Belastung vergangener Kochabende befreit, gewinnt nicht nur hygienische, sondern auch sensorische Klarheit im alltäglichen Kochen.

Diese Klarheit wirkt sich auf das gesamte Kocherlebnis aus. Aromen entfalten sich präziser, Gewürze kommen besser zur Geltung, und selbst einfache Gerichte schmecken besser, wenn sie nicht im Hintergrund mit alten Fettgerüchen konkurrieren müssen. Die neutrale Küche ist damit nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein kulinarisches Ziel.

Die geruchsfreie Küche ist auch ein Statement. Sie zeigt Respekt vor den Zutaten, vor den Gästen und vor sich selbst. Sie dokumentiert eine Haltung, die Qualität nicht nur im Endergebnis, sondern bereits in den Rahmenbedingungen sucht. Und sie beweist, dass gründliche Pflege nicht aufwendig sein muss – nur konsequent und gut informiert.

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