Deine PS5 läuft mit angezogener Handbremse: Dieser einfache Check zeigt, ob du betroffen bist

Die PlayStation 5 ist ein technisches Meisterwerk, das Gaming auf ein neues Niveau hebt – vorausgesetzt, man gibt ihr die richtige technische Umgebung. Doch selbst die leistungsstärkste Konsole nützt wenig, wenn ein einziges, unscheinbares Kabel zwischen euch und dem optimalen Spielerlebnis steht. Genau hier lauert eine Falle, in die erstaunlich viele PS5-Besitzer tappen, ohne es zunächst zu bemerken.

Das unterschätzte Bindeglied zwischen Konsole und Fernseher

HDMI-Kabel sehen alle ziemlich gleich aus. Ein Stecker hier, ein Stecker da, und schon läuft das Bild. Diese Denkweise ist nachvollziehbar, aber technisch längst überholt. Die Realität: Nicht jedes HDMI-Kabel ist für die Anforderungen moderner Gaming-Hardware wie der PlayStation 5 ausgelegt. Besonders tückisch wird es bei HDMI 2.1-Kabeln, denn auch hier gibt es gravierende Qualitätsunterschiede, die sich direkt auf eure Gaming-Performance auswirken.

Sony hat der PS5 aus gutem Grund ein HDMI 2.1-Kabel beigelegt. Dieses unterstützt die volle Bandbreite von 48 Gbit/s. Interessanterweise trug das mitgelieferte Kabel anfangs die irreführende Beschriftung „High-Speed-HDMI“ statt der korrekten Bezeichnung „Ultra High Speed“, obwohl es technisch den vollen Standard erfüllt. Viele Gamer greifen dennoch zu Drittanbieter-Kabeln – sei es, weil das mitgelieferte zu kurz ist, verlegt werden muss oder schlicht verloren ging. Hier beginnt das Problem.

Wenn das Label nicht hält, was es verspricht

Der Markt ist überschwemmt mit Kabeln, die sich als „HDMI 2.1“ bezeichnen, faktisch aber nur eine reduzierte Bandbreite bieten. Manche schaffen gerade einmal 18 Gbit/s – den Standard von HDMI 2.0. Andere liegen irgendwo dazwischen. Das Marketing verspricht oft mehr als die Technik liefert, und die Verpackung lässt selten eindeutige Rückschlüsse auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit zu.

Die Folge: Euer hochmoderner 4K-Fernseher mit 120Hz-Panel und eure leistungsstarke PS5 können nicht ihr volles Potenzial ausspielen. Statt flüssiger 120 Bilder pro Sekunde in 4K-Auflösung bei kompatiblen Titeln wie Call of Duty, Fortnite oder Gran Turismo 7 müsst ihr euch mit 60Hz begnügen – ohne dass euch das System explizit darauf hinweist. Diese Einschränkung kann besonders ärgerlich sein, wenn man gerade in ein teures Gaming-Setup investiert hat.

Wie ihr das Problem erkennt

Die PS5 zeigt nicht automatisch eine Fehlermeldung an, wenn das Kabel unzureichend ist. Das macht die Diagnose knifflig. Es gibt aber eindeutige Anzeichen: Navigiert in den Einstellungen zu „Bildschirm und Video“ und dann zu „Videoinformationen“. Hier zeigt die Konsole transparent, welche Auflösungen und Bildwiederholraten euer Setup tatsächlich unterstützt.

Seht ihr bei 4K nur 60Hz als verfügbare Option, obwohl euer Fernseher 120Hz beherrscht? Dann liegt mit ziemlicher Sicherheit ein Bandbreitenproblem vor. Auch Bildaussetzer, kurze Schwarzbilder beim Wechsel zwischen Menü und Spiel oder HDR-Probleme können auf ein mangelhaftes Kabel hindeuten. Diese Symptome treten oft sporadisch auf und werden deshalb fälschlicherweise dem Fernseher oder der Konsole zugeschrieben.

Der technische Hintergrund: Warum Bandbreite entscheidend ist

Um 4K-Auflösung mit 120Hz, HDR und modernen Farbräumen zu übertragen, werden enorme Datenmengen benötigt. Die Rechnung ist simpel: Mehr Bilder pro Sekunde plus höhere Farbtiefe plus erweiterte Metadaten für HDR bedeuten exponentiell mehr Datendurchsatz. Die 48 Gbit/s Bandbreite, die HDMI 2.1 bietet, sind hier nicht bloß eine theoretische Größe, sondern eine praktische Notwendigkeit. Die PS5 unterstützt offiziell 4K mit 120Hz sowie 8K mit 60 fps – Features, die nur mit der vollen Bandbreite funktionieren.

Ein Kabel mit reduzierter Bandbreite schafft diese Übertragung schlicht nicht. Die Konsole und der Fernseher passen dann automatisch die Einstellungen an – meist zulasten der Bildwiederholrate. Ihr spielt faktisch mit angezogener Handbremse, ohne es zwingend zu bemerken, besonders wenn ihr noch nie die volle Performance erlebt habt.

Das richtige Kabel identifizieren und kaufen

Achtet beim Kabelkauf auf die Zertifizierung „Ultra High Speed HDMI“. Dieses Label garantiert die volle 48 Gbit/s-Bandbreite und unterstützt HDR sowie HDCP 2.2 und 2.3. Herstellerbezeichnungen wie „High Speed“ oder schlicht „HDMI 2.1“ ohne weitere Spezifikation sind Warnsignale. Seriöse Hersteller drucken die Bandbreite direkt auf das Kabel oder weisen prominent in der Produktbeschreibung darauf hin.

Bekannte Marken wie Belkin, Cable Matters oder KabelDirekt bieten zertifizierte Kabel zu fairen Preisen. Übertriebene Summen müsst ihr nicht investieren – ein ordentliches 2-Meter-Kabel liegt meist zwischen 15 und 30 Euro. Finger weg von No-Name-Angeboten aus dubiosen Quellen, bei denen fünf Kabel für zehn Euro angepriesen werden. Diese verfehlen fast garantiert die nötigen Standards.

Längere Kabel – eine besondere Herausforderung

Die Kabellänge spielt eine wichtige Rolle bei der Signalqualität. Während zertifizierte HDMI 2.1-Kabel in gängigen Längen von einem bis drei Metern problemlos die volle Leistung bringen, wird es bei längeren Strecken kritischer. Plant ihr eine feste Installation, beispielsweise mit verlegten Kabeln in der Wand, investiert unbedingt in Premium-Qualität mit klarer Ultra High Speed-Zertifizierung. Ein nachträglicher Austausch ist umständlich und kostspielig.

Der Fernseher als potenzielle Fehlerquelle

Nicht immer ist das Kabel der Übeltäter. Manche Fernseher bieten zwar 120Hz-Panels, aktivieren die volle HDMI 2.1-Bandbreite aber nur an bestimmten Anschlüssen – oft als „HDMI 2.1“ oder „eARC“ gekennzeichnet. Prüft im Handbuch eures TVs, welcher Port die höchsten Spezifikationen unterstützt, und verbindet die PS5 ausschließlich mit diesem.

Zusätzlich verstecken sich relevante Einstellungen oft tief in den TV-Menüs. Bei vielen Herstellern müssen spezielle Modi für erweiterte HDMI-Funktionen manuell aktiviert werden. Ohne diese Einstellung bleibt die Bandbreite künstlich begrenzt, selbst mit perfektem Kabel. Ein Blick ins TV-Handbuch lohnt sich hier definitiv und kann euch viel Frust ersparen.

Performance-Tests im realen Gaming-Alltag

Der wahre Unterschied zwischen 60Hz und 120Hz offenbart sich im direkten Vergleich. Startet ein kompatibles Spiel wie Devil May Cry 5 Special Edition oder Ratchet & Clank: Rift Apart im Performance-Modus. Die Bewegungsklarheit, die Reaktionsschnelligkeit und das generelle Spielgefühl liegen Welten auseinander. Besonders bei schnellen Kameraschwenks oder actionreichen Szenen macht sich die doppelte Bildrate dramatisch bemerkbar.

Wer einmal mit 120Hz gespielt hat, will nicht mehr zurück. Competitive-Gamer schwören auf den Vorteil, doch auch Gelegenheitsspieler profitieren vom geschmeidigeren, augenschonenderen Bild. Die Investition in ein korrektes Kabel zahlt sich unmittelbar aus und hebt das Gaming-Erlebnis auf ein neues Level.

Häufige Mythen rund um HDMI-Kabel

Ein hartnäckiger Irrtum besagt, teure Kabel lieferten bessere Bildqualität. Das ist Unsinn. Ein zertifiziertes 20-Euro-Kabel überträgt das Signal identisch zu einem 100-Euro-Modell. Digitale Übertragung funktioniert binär – entweder kommen alle Daten an oder nicht. Luxuskabel mit Goldsteckern und exotischen Materialien bieten keinen messbaren Vorteil, solange das günstigere Kabel die Spezifikationen erfüllt.

Andererseits ist die Vorstellung, jedes HDMI-Kabel sei gleich, ebenso falsch. Die Generation macht den Unterschied, und innerhalb einer Generation trennt sich Qualität von Schrott. Die goldene Mitte aus zertifizierter Qualität und vernünftigem Preis ist der optimale Ansatz für das perfekte PS5-Erlebnis.

Zukunftssicherheit bedenken

Auch wenn ihr momentan keinen 120Hz-Fernseher besitzt, lohnt sich der Griff zum vollwertigen HDMI 2.1-Kabel. Die nächste Display-Anschaffung kommt bestimmt, und dann wollt ihr nicht erneut Geld für Kabel ausgeben. Zudem unterstützt HDMI 2.1 Features wie Variable Refresh Rate und Auto Low Latency Mode, die das Gaming-Erlebnis spürbar verbessern – vorausgesetzt, die komplette Übertragungskette stimmt.

Das korrekte Kabel ist eine dieser unscheinbaren Komponenten, die selten Beachtung finden, aber entscheidenden Einfluss auf das Gesamterlebnis haben. Die PS5 ist eine beeindruckende Maschine – gebt ihr die Werkzeuge, die sie braucht, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit dem richtigen HDMI-Kabel holt ihr aus eurer PlayStation 5 das Maximum heraus und erlebt Gaming so, wie Sony es konzipiert hat.

Nutzt du das Original PS5-Kabel oder ein Drittanbieter-Kabel?
Original Sony-Kabel
Zertifiziertes HDMI 2.1 Drittanbieter
Irgendein altes HDMI-Kabel
Weiß ich ehrlich gesagt nicht
Habe noch nie darauf geachtet

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