15 bis 23 Grad statt Winterkälte: In dieser unterschätzten Stadt auf den Philippinen kostet ein kompletter Familientag weniger als ein Restaurantbesuch zuhause

Während in Europa die kalten Wintertage noch andauern, erwartet euch auf den Philippinen ein ganz besonderes Reiseziel, das sich perfekt für einen Familienurlaub im Februar eignet. Baguio, die „Sommerhauptstadt“ des Landes, thront majestätisch auf 1.500 Metern Höhe in der Cordillera-Bergregion und bietet eine erfrischende Abkehr von der tropischen Hitze der Küstenregionen. Mit angenehmen Temperaturen zwischen 15 und 23 Grad im Februar ist diese charmante Bergstadt ein wahres Paradies für Familien, die authentische philippinische Kultur erleben möchten, ohne dabei ihr Reisebudget zu sprengen.

Warum Baguio im Februar perfekt für Familien ist

Der Februar gehört zur Trockenzeit in Baguio, was bedeutet, dass ihr euch auf überwiegend sonnige Tage freuen könnt – ideal für Outdoor-Aktivitäten mit Kindern. Die kühle Bergluft macht Spaziergänge und Erkundungstouren deutlich angenehmer als in den schwülen Küstenstädten. Besonders praktisch: Die Stadt ist bekannt für ihre kinderfreundliche Atmosphäre und ihre ausgezeichnete Infrastruktur, die sie zu einem der zugänglichsten Bergziele Südostasiens macht.

Das Beste an Baguio? Die Stadt lässt sich problemlos mit einem schmalen Geldbeutel erkunden. Während andere philippinische Destinationen zunehmend teurer werden, bleibt Baguio ein Geheimtipp für budgetbewusste Reisende, die dennoch nicht auf Komfort und Vielfalt verzichten möchten.

Erkundungstouren durch die grüne Berglandschaft

Der Burnham Park bildet das grüne Herz der Stadt und ist der perfekte Ausgangspunkt für eure Familienaktivitäten. Hier könnt ihr Tretboote mieten und über den künstlichen See paddeln – ein Riesenspaß für Kinder und das für gerade einmal 1 bis 2 Euro pro halbe Stunde. Die weitläufigen Grünflächen laden zum Picknick ein, und lokale Händler verkaufen frisches Obst und traditionelle Snacks zu unschlagbaren Preisen.

Der Botanische Garten am südlichen Ende des Parks ist kostenlos zugänglich und beherbergt eine beeindruckende Sammlung einheimischer Pflanzen. Kinder lieben besonders die bunten Blumenbeete und die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen Gartenabschnitten herumzutoben. Verpasst nicht die Gelegenheit, mit lokalen Igorot-Bewohnern in traditioneller Kleidung Fotos zu machen – ein kulturelles Erlebnis, das eure Kinder faszinieren wird.

Naturerlebnisse für die ganze Familie

Die Mines View Park Aussichtsplattform bietet spektakuläre Panoramablicke über die umliegenden Berge und Minentäler. Der Eintritt ist mit etwa 0,50 Euro symbolisch und eröffnet euch Zugang zu einem der fotogensten Orte der Stadt. Entlang des Parks reihen sich kleine Stände aneinander, an denen lokales Kunsthandwerk, handgewebte Textilien und Silberschmuck verkauft werden – perfekt für preiswerte Souvenirs.

Für aktive Familien ist der Aufstieg zum Mount Costa ein lohnendes Abenteuer. Der Wanderweg ist gut markiert und auch für Kinder ab etwa sechs Jahren machbar. Oben angekommen werdet ihr mit einem 360-Grad-Blick über Baguio belohnt. Packt ausreichend Trinkwasser und Snacks ein, denn oben gibt es keine Verkaufsstände – was die Authentizität des Erlebnisses nur verstärkt.

Kulturelle Schätze entdecken

Das BenCab Museum, benannt nach dem philippinischen Nationalkünstler Benedicto Cabrera, ist mehr als nur eine Galerie. Die terrassenförmig angelegten Gärten sind frei zugänglich und bieten einen wunderschönen Spazierweg mit einheimischen Pflanzen. Für etwa 4 Euro pro Erwachsenen (Kinder oft günstiger oder frei) erhaltet ihr Zugang zur Kunstsammlung, die auch für jüngere Besucher durch interaktive Elemente ansprechend gestaltet ist.

Die Tam-Awan Village ist ein lebendiges Kulturzentrum, das traditionelle Igorot-Hütten nachbildet. Für einen geringen Eintrittspreis von etwa 1,50 Euro könnt ihr durch das Dorf schlendern, die beeindruckende Architektur bewundern und mehr über die indigene Kultur der Cordillera-Region erfahren. Manchmal finden hier traditionelle Tanzvorführungen statt – fragt bei eurem Besuch nach dem aktuellen Programm.

Praktische Tipps für die Fortbewegung

Die Anreise nach Baguio erfolgt am besten mit dem Bus von Manila aus. Die sechsstündige Fahrt kostet zwischen 10 und 15 Euro pro Person und ist deutlich günstiger als der Flug. Busse fahren rund um die Uhr, sodass ihr flexibel planen könnt. Wählt für die Fahrt durch die kurvenreiche Bergstraße Plätze im vorderen Bereich, wenn eure Kinder zu Reisekrankheit neigen.

In Baguio selbst ist das Jeepney-System eure kostengünstigste Fortbewegungsoption. Diese bunten, umgebauten Jeeps sind das Markenzeichen philippinischen Nahverkehrs und kosten nur etwa 0,20 Euro pro Fahrt. Die Routen sind zwar anfangs verwirrend, aber Einheimische helfen gerne weiter – das gehört zur Erfahrung dazu. Für längere Strecken oder mit müden Kindern sind Taxis erschwinglich, wobei eine durchschnittliche Fahrt innerhalb der Stadt selten mehr als 3 bis 4 Euro kostet.

Zu Fuß lässt sich das Stadtzentrum hervorragend erkunden. Die kompakte Größe Baguios macht es einfach, zwischen verschiedenen Attraktionen zu laufen, ohne dass sich Kinder überfordert fühlen. Achtet jedoch auf die hügeligen Straßen und plant Pausen ein.

Unterkunft ohne Luxuspreise

Baguio bietet eine breite Palette an familienfreundlichen Unterkünften. Gästehäuser und kleinere Pensionen in zentraler Lage kosten zwischen 20 und 35 Euro pro Nacht für ein Familienzimmer. Die Session Road und ihre Seitenstraßen sind ideal gelegen und bieten direkten Zugang zu Restaurants, Märkten und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Viele Unterkünfte verfügen über kleine Kochnischen – eine hervorragende Möglichkeit, Geld zu sparen, indem ihr gelegentlich selbst kocht. Auf dem öffentlichen Markt könnt ihr frisches Obst, Gemüse und andere Lebensmittel zu Einheimischenpreisen erstehen. Eine Ananas kostet etwa 0,50 Euro, Mangos um die 1 Euro pro Kilo.

Kulinarische Entdeckungen zum kleinen Preis

Die Essenskultur in Baguio ist vielfältig und preiswert. In den zahlreichen Garküchen und einfachen Lokalen entlang der Session Road bekommt ihr deftige philippinische Gerichte ab 2 Euro pro Person. Probiert unbedingt die lokale Spezialität „Pinikpikan“, ein traditionelles Hühnergericht der Cordillera-Region, oder die frisch zubereiteten Frühlingsrollen.

Der Baguio Public Market ist ein sensorisches Erlebnis und perfekt für Familien, die authentische Atmosphäre suchen. In der Lebensmittelabteilung im Erdgeschoss könnt ihr an verschiedenen Ständen frisch zubereitete Mahlzeiten probieren. Ein komplettes Familienessen mit Reis, Fleisch und Gemüse kostet hier selten mehr als 10 bis 12 Euro für alle zusammen.

Für den süßen Zahn bieten Straßenstände hausgemachte Erdbeeren-Taho (Tofupudding mit Sirup) für etwa 0,30 Euro an – ein Highlight für Kinder. Baguio ist berühmt für seine Erdbeeren, und im Februar ist Hochsaison. Frische Erdbeeren kosten am Markt nur etwa 2 Euro pro großzügiger Portion.

Geheimtipps abseits der ausgetretenen Pfade

Der Igorot Stone Kingdom ist ein faszinierender Skulpturengarten, der komplett aus recycelten Materialien erschaffen wurde. Kinder sind begeistert von den fantasievollen Steinfiguren und Drachen, die sich durch das Gelände schlängeln. Der Eintritt beträgt weniger als 1 Euro und unterstützt den lokalen Künstler direkt.

Camp John Hay, ein ehemaliger amerikanischer Militärstützpunkt, wurde in einen öffentlichen Park umgewandelt. Die weitläufigen Pinienwälder sind ideal für ausgedehnte Familienspaziergänge, und der Eintritt ist kostenlos. Am Wochenende organisieren Einheimische hier Picknicks – ein wunderbarer Einblick in das alltägliche Leben der Bewohner Baguios.

Die Wright Park Promenade ist gesäumt von hundertjährigen Kiefern und bietet eine märchenhafte Kulisse für Familienspaziergänge. Am angrenzenden Pool könnt ihr Pferde für etwa 3 bis 4 Euro pro halbe Stunde mieten – ein unvergessliches Erlebnis für Kinder, die zum ersten Mal reiten.

Was ihr einpacken solltet

Die kühlen Temperaturen Baguios überraschen viele Philippinen-Reisende. Packt unbedingt warme Pullover und leichte Jacken ein, besonders für die Abende und frühen Morgenstunden. Regenjacken sind im Februar weniger wichtig, aber ein dünner Windbreaker schadet nie in den Bergen. Bequeme Wanderschuhe sind essentiell, da viele Straßen und Wege uneben sein können.

Baguio im Februar bietet eurer Familie die perfekte Mischung aus kulturellen Erlebnissen, Naturabenteuern und entspannten Momenten – alles zu Preisen, die euer Reisebudget schonen. Die Stadt zeigt eine andere Seite der Philippinen, fernab von Strandklischees, und vermittelt ein authentisches Bild des Lebens in den philippinischen Bergen. Mit ihrer sicheren Umgebung, freundlichen Einheimischen und unzähligen kostengünstigen Aktivitäten ist sie wie geschaffen für unvergessliche Familienurlaube, die lange in Erinnerung bleiben werden.

Welche Baguio-Aktivität würdest du mit deiner Familie zuerst erleben?
Tretboot fahren im Burnham Park
Erdbeeren pflücken und probieren
Wanderung zum Mount Costa
Jeepney-Fahrt durch die Stadt
Pferderitt im Wright Park

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