Trockene Heizungsluft ruiniert deinen Schlaf – diese südafrikanische Pflanze löst das Problem ohne Technik oder hohe Kosten

Die Calla (Zantedeschia aethiopica) ist eine jener Pflanzen, die sofort auffallen – geschwungene Linien, kräftiges Grün, eine Blüte, die fast architektonisch wirkt. Seit dem 19. Jahrhundert ziert sie Wohnzimmer, Ateliers und Schlafräume, oft als Symbol für Stil und Ruhe. Doch jenseits der Ästhetik stellt sich heraus, dass ihre Präsenz in Innenräumen eine messbare Wirkung auf das Raumklima und das Wohlbefinden haben kann.

In den letzten Jahrzehnten hat die Forschung begonnen, die funktionalen Eigenschaften von Zimmerpflanzen systematisch zu untersuchen. Dabei rückte ein Aspekt in den Fokus, der lange Zeit unterschätzt wurde: Pflanzen sind nicht nur dekorativ, sondern können aktiv zur Regulierung der Innenraumluft beitragen. Die Calla gehört zu dieser Kategorie funktionaler Pflanzen – vorausgesetzt, sie wird richtig platziert und gepflegt.

Die Beschäftigung mit Zimmerpflanzen als gesundheitsfördernde Elemente ist kein esoterischer Trend, sondern hat ihre Wurzeln in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Innenraumluftqualität. Bereits in den 1980er Jahren stellten Forscher fest, dass geschlossene Räume – insbesondere in modernen, luftdicht isolierten Gebäuden – eine Vielzahl flüchtiger organischer Verbindungen enthalten können, die aus Baumaterialien, Möbeln und Reinigungsmitteln ausdünsten. Die Frage, ob Pflanzen hier eine natürliche Abhilfe schaffen können, führte zu wegweisenden Untersuchungen.

Ein gesunder Innenraum hängt mehr mit Biologie als mit Designentscheidungen zusammen. Die moderne Lebensweise hat uns in Räume versetzt, deren Luftqualität oft problematisch ist: zu trocken im Winter durch Heizungsluft, zu stickig im Sommer durch mangelnde Zirkulation, belastet durch Ausdünstungen aus Kunststoffen, Lacken und Textilien. In diesem Kontext gewinnt die Rolle von Zimmerpflanzen an Bedeutung. Sie sind keine Wunderwaffe, aber sie können Teil einer Strategie sein, die Raumluft auf natürliche Weise zu verbessern.

Die Calla ist in dieser Hinsicht besonders interessant, weil sie mehrere Mechanismen vereint. Ihre großen, wachsartig glänzenden Blätter bieten eine erhebliche Oberfläche für biologische Prozesse. Über diese Blätter setzt die Pflanze durch Transpiration feine Wasserpartikel frei – ein Vorgang, der in trockenen Innenräumen von praktischer Bedeutung ist. Typische Luftfeuchtigkeitswerte in beheizten Wohnungen sinken im Winter oft unter 35 Prozent. Werte zwischen 40 und 55 Prozent gelten jedoch für die Atemwege als optimal. Die natürliche Befeuchtung durch Pflanzen kann dazu beitragen, diese Balance wiederherzustellen, Schleimhäute zu schützen und Hautirritationen zu mindern.

Parallel dazu läuft ein zweiter, weniger sichtbarer Prozess ab: die mikrobiologische Filterung. Pflanzen nehmen über ihre Blätter und vor allem über ihr Wurzelsystem Stoffe aus der Luft auf. Die Forschung zur Phytoremediation – also der Reinigung von Luft, Wasser oder Boden durch Pflanzen – hat in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Eine der bekanntesten Studien auf diesem Gebiet ist die NASA Clean Air Study aus dem Jahr 1989, durchgeführt von B.C. Wolverton und Kollegen im Auftrag der NASA in Zusammenarbeit mit der Associated Landscape Contractors of America. Diese Untersuchung zeigte, dass bestimmte Zimmerpflanzen in der Lage sind, flüchtige organische Verbindungen wie Benzol, Formaldehyd und Trichlorethylen aus der Luft zu filtern.

Wichtig ist jedoch der Kontext dieser Studie: Sie wurde unter Laborbedingungen durchgeführt, in abgeschlossenen Kammern mit kontrollierten Schadstoffkonzentrationen. Die Übertragbarkeit auf reale Wohnräume ist begrenzt, da die Luftzirkulation, Raumgröße und Schadstoffquellen in Haushalten erheblich variieren. Dennoch liefert die Studie einen wichtigen Hinweis darauf, dass Pflanzen grundsätzlich in der Lage sind, Schadstoffe zu binden und abzubauen – wenn auch in bescheidenem Umfang und nicht als Ersatz für technische Lüftungssysteme oder regelmäßiges Lüften.

Die Calla erreicht dabei nicht die Filterleistung von Pflanzen wie Ficus oder Efeutute, die in der NASA-Studie besonders gut abschnitten. Ihre breite Blattoberfläche unterstützt jedoch den Austausch zwischen Luft und Substrat, was zur Gesamtluftqualität beiträgt. Durch mikrobielle Aktivität im Wurzelbereich können kleinere Mengen an Aldehyden und Benzolen absorbiert und abgebaut werden. Das Ergebnis ist ein stabileres Mikroklima, geringere Lufttrockenheit, reduziertes Staubaufkommen und eine frischere Atmosphäre. Der Unterschied wird selten bewusst wahrgenommen, doch viele Menschen berichten subjektiv von leichterem Einschlafen, klarerem Kopf am Morgen und weniger Reizhusten in Gegenwart gesunder Grünpflanzen.

Die Rolle der Calla für mentale Erholung und Schlafqualität

Der Zusammenhang zwischen Pflanzenpräsenz und psychischem Wohlbefinden ist ein Forschungsfeld, das in den letzten Jahren zunehmend Beachtung gefunden hat. Während die physiologischen Effekte von Pflanzen – etwa die Luftbefeuchtung – relativ gut dokumentiert sind, bleiben viele psychologische Wirkungen Gegenstand laufender Untersuchungen. Studien legen nahe, dass Pflanzen im Innenraum die Schlafqualität verbessern können, wobei die genauen Mechanismen noch nicht vollständig geklärt sind.

Die Calla spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle, da sie visuell eine Form von geordneter Ruhe vermittelt. Ihr Blütenkelch zeigt eine elegante, geschwungene Form, die viele Menschen als harmonisch empfinden. Solche organischen Formen werden in der Umweltpsychologie oft mit Entspannung assoziiert, da das Auge sie ohne Anstrengung erfasst. Es gibt Hinweise darauf, dass der regelmäßige Kontakt mit Pflanzen und natürlichen Formen das autonome Nervensystem beeinflussen kann, insbesondere jenen Teil, der für Regeneration und Ruhe zuständig ist.

Ein Topf mit einer Calla in Sichtweite des Bettes könnte demnach einen Beitrag zu einem entspannteren Raumgefühl leisten. Viele Menschen berichten subjektiv, dass die Anwesenheit von Pflanzen im Schlafzimmer ein Gefühl innerer Ordnung erzeugt. Ob dies auf messbare physiologische Veränderungen zurückzuführen ist oder eher auf psychologische Faktoren wie Erwartungen und ästhetische Präferenzen, bleibt offen. Die wissenschaftliche Literatur zu spezifischen Effekten auf Herzfrequenzvariabilität oder parasympathische Aktivität im Zusammenhang mit einzelnen Pflanzenarten ist bislang begrenzt.

Die Farbe spielt ebenfalls eine Rolle: Weiße Callas reflektieren weiches Licht und erzeugen in der Abendbeleuchtung eine Atmosphäre, die von vielen als gereinigt oder klar beschrieben wird. Varianten mit grünen oder violetten Blüten wirken stärker erdend, was sie zu guten Begleitern für Meditationsräume oder Arbeitsbereiche macht. Diese Eindrücke sind stark subjektiv, aber sie werden von einer breiten Gruppe von Menschen geteilt, was darauf hindeutet, dass hier kulturelle und möglicherweise auch neurobiologische Faktoren zusammenwirken.

Es ist wichtig, zwischen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen und plausiblen, aber noch nicht vollständig belegten Annahmen zu unterscheiden. Die Behauptung, dass Pflanzen generell das Wohlbefinden fördern, findet breite Unterstützung in der Forschung. Die spezifischen Mechanismen – etwa die Wirkung auf Stresshormone wie Cortisol oder auf den Blutdruck – sind jedoch komplex und hängen von vielen Faktoren ab, darunter individuelle Unterschiede, Raumgestaltung und die Art der Pflanze. Für die Calla liegen bislang keine spezifischen Studien vor, die diese Effekte isoliert untersuchen. Was bleibt, ist die Beobachtung, dass viele Menschen ihre Anwesenheit als angenehm empfinden – ein Hinweis, der ernst zu nehmen ist, auch wenn die wissenschaftliche Untermauerung noch aussteht.

Standortwahl und ökologische Balance im Innenraum

Ein häufiger Fehler im Umgang mit Callas besteht darin, sie als reine Dekoration zu betrachten. Der richtige Standort entscheidet jedoch darüber, ob sie ihre physiologischen und ästhetischen Potenziale entfalten kann. Die Calla stammt ursprünglich aus sumpfigen Regionen Südafrikas und ist an feuchte, aber gut belichtete Standorte angepasst. Diese Herkunft prägt ihre Bedürfnisse auch als Zimmerpflanze.

Ideal ist indirektes, helles Licht, wie es in Ost- oder Westzimmern herrscht. Laut Fachliteratur sollte der optimale Platz hell sein, mit wenig oder keiner direkten Sonneneinstrahlung, beispielsweise an einem Ost- oder Nordfenster. Direktsonne kann die Blätter austrocknen und die Verdunstungsleistung mindern, was die positiven Effekte auf die Luftfeuchtigkeit reduziert. Im Schlafzimmer sollte die Pflanze nicht direkt neben dem Kopfbereich stehen, sondern in etwa zwei Metern Abstand – so wird eine moderate Luftzirkulation gewährleistet, ohne dass nachts übermäßige Feuchte entsteht.

Im Wohnzimmer sorgt sie für ein Gleichgewicht zwischen dekorativer Präsenz und funktionaler Luftverbesserung. In Büroräumen kann sie trockene Heizungsluft puffern und zur allgemeinen Raumatmosphäre beitragen. Als Badpflanze funktioniert sie nur bei ausreichendem Tageslicht, da dauerhafte Dunkelheit Wurzelfäule begünstigt – ein Problem, das bei feuchtigkeitsliebenden Pflanzen häufig auftritt.

Die Topferde sollte locker und leicht sauer sein, mit einem pH-Wert zwischen 6 und 6,5. Zusätzliche Drainageschichten verhindern Staunässe. Eine monatliche Kontrolle der Blattunterseiten auf Pilzsporen ist ausreichend, da feuchte Luft in geschlossenen Räumen sonst unerwünschte Mikroflora fördern kann. Die Calla benötigt reichlich Wasser, insbesondere während der Wachstumsphase. Als ursprüngliche Sumpfpflanze verträgt sie feuchte Bedingungen gut, reagiert aber empfindlich auf Staunässe, die zu Wurzelfäule führen kann.

Eine gut platzierte Calla kann somit zu einer Art biologischer Unterstützung für das Raumklima werden – keine technische Innovation, sondern eine Rückbesinnung auf natürliche Kreisläufe. Sie ersetzt keine Klimaanlage und keine technische Luftreinigung, aber sie ergänzt diese auf subtile Weise. In Kombination mit regelmäßigem Lüften und einer bewussten Auswahl von Baumaterialien und Möbeln kann sie zu einem gesünderen Innenraumklima beitragen.

Sicherheitsaspekt: Warum Callas für Haustiere ein Risiko darstellen

Bei aller Begeisterung für ihre Wohltaten darf man einen Punkt nicht unterschätzen: Toxizität. Die Calla gehört zu den Pflanzen, die für Haustiere gefährlich sein können. Alle Teile von Zantedeschia aethiopica sind leicht giftig und enthalten Calciumoxalat-Kristalle. Diese Kristalle verursachen bei Kontakt oder Verzehr starke Schleimhautreizungen. Die Pflanze sondert zudem eine giftige milchige Flüssigkeit ab, die bei Berührung Hautreaktionen und Schleimhautreizungen hervorrufen kann.

Für Menschen ist das bei normalem Umgang unproblematisch, solange keine Pflanzenteile in den Mund gelangen und der Hautkontakt mit dem Pflanzensaft vermieden wird. Für Haustiere – insbesondere Katzen und Hunde – kann es jedoch gefährlich sein. Symptome bei Aufnahme reichen von übermäßiger Speichelbildung über Erbrechen bis zu Schwellungen der Zunge und des Rachenraums. In schweren Fällen kann es zu Atembeschwerden kommen. Wer Pflanzen und Tiere im selben Haushalt hält, sollte die Calla daher außer Reichweite stellen oder sich für Alternativen wie Bambuspalme oder Calathea entscheiden, die ähnliche hygroskopische Eigenschaften besitzen, aber ungiftig sind.

Ein sinnvoller Kompromiss ist, die Calla nur in Räumen ohne Tierzugang zu halten – etwa im Schlafzimmer oder Arbeitszimmer – und dabei auf fallende Blätter zu achten. Erstaunlicherweise verlieren viele Tierbesitzer dies nicht aus Hygiene-, sondern aus ergonomischen Gründen aus dem Blick: Sie wählen die Position der Pflanze nach Licht, nicht nach Tierverhalten. Eine Überlegung wert ist also nicht nur die Pflanzenpflege, sondern auch die organisatorische Integration in den Lebensraum.

Auch für Haushalte mit kleinen Kindern ist Vorsicht geboten. Kinder sind naturgemäß neugierig und könnten versuchen, Pflanzenteile in den Mund zu nehmen. In solchen Fällen sollte die Calla entweder unerreichbar platziert oder durch ungiftige Alternativen ersetzt werden. Die Toxizität der Calla ist gut dokumentiert und sollte bei der Entscheidung für oder gegen diese Pflanze stets berücksichtigt werden.

Wann die Calla mehr schadet als nützt – und wie man das verhindert

So nützlich sie für die Luft sein kann, eine übermäßig feuchte Umgebung um den Topf herum kann mikrobielles Wachstum fördern. Das passiert meist, wenn man zu häufig gießt oder Untersetzer ständig mit Wasser gefüllt sind. Die Calla reagiert empfindlich auf Sauerstoffmangel im Wurzelraum: Gelbe Blätter, weiche Stängel und ein muffiger Geruch weisen auf Fäulnis hin.

Ein sachkundiger Rhythmus lautet: erst wässern, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Während der Wachstumsperiode (Frühjahr bis Spätsommer) reicht das je nach Raumklima alle fünf bis sieben Tage, im Winter seltener. Das Gießwasser sollte kalkarm sein; destilliertes Wasser ist übertrieben, Leitungswasser mit abgestandener Raumtemperatur genügt.

Was die Schnittpflege betrifft, empfehlen Botaniker, verwelkte Blüten nicht direkt an der Basis, sondern einige Zentimeter oberhalb zu schneiden, um einen neuen Austrieb zu fördern. So bleibt die Pflanze vital und ihre Funktion im Raumklima stabil. Dieser Schnitt sollte mit sauberen, scharfen Werkzeugen erfolgen, um Infektionen zu vermeiden. Nach dem Schnitt kann man die Schnittstelle leicht antrocknen lassen, bevor man wieder gießt.

Ein weiteres Problem kann durch übermäßige Düngung entstehen. Die Calla benötigt während der Wachstumsphase moderate Nährstoffzufuhr, aber eine Überdüngung führt zu weichem, anfälligem Gewebe und kann die Wurzeln schädigen. Ein flüssiger Blühpflanzendünger, alle zwei Wochen in halber Konzentration verabreicht, ist in der Regel ausreichend. Während der Ruhephase im Winter sollte die Düngung vollständig eingestellt werden.

Die richtige Balance zwischen Feuchtigkeit, Nährstoffen und Licht ist entscheidend. Eine Calla, die unter optimalen Bedingungen wächst, zeigt kräftige, dunkelgrüne Blätter und blüht regelmäßig. Eine vernachlässigte oder falsch gepflegte Pflanze hingegen wird anfällig für Schädlinge wie Spinnmilben oder Blattläuse und verliert ihre positiven Eigenschaften.

Biologische Grundlagen für den Wohlfühleffekt der Calla

Dass Menschen in Räumen mit Pflanzen sich subjektiv wohler fühlen, ist ein wiederkehrendes Phänomen, das in verschiedenen Studien beobachtet wurde. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu trennen. Mehrere Faktoren spielen zusammen:

Erstens gibt es die Erwartungskongruenz: Der Mensch nimmt Naturreize als vertraute Umweltbedingungen wahr. In der evolutionären Geschichte der Menschheit waren grüne Pflanzen ein Signal für Wasser, Nahrung und Sicherheit. Diese tief verankerte Assoziation könnte erklären, warum Pflanzen in Innenräumen oft als beruhigend empfunden werden, auch wenn die direkte ökologische Funktion – etwa als Nahrungsquelle – nicht mehr gegeben ist.

Zweitens spielt die Lichtstreuung eine Rolle: Pflanzen brechen Licht diffus, was harte Kontraste abmildert und das visuelle Nervensystem entlasten kann. Räume mit Pflanzen wirken oft weicher und weniger grell, was besonders bei künstlicher Beleuchtung angenehm sein kann. Die großen Blätter der Calla reflektieren Licht auf eine Weise, die den Raum optisch öffnet, ohne zu blenden.

Drittens gibt es Hinweise darauf, dass grüne Flächen bestimmte Wellenlängen reflektieren, die vom menschlichen Auge als besonders angenehm wahrgenommen werden. Ob diese Wellenlängen direkt auf biologische Prozesse wie den zirkadianen Rhythmus wirken, ist Gegenstand laufender Forschung und noch nicht abschließend geklärt. Es gibt Theorien, die besagen, dass photoreaktive Zellen im Auge auf bestimmte Lichtspektren reagieren und dadurch biologische Rhythmen beeinflussen können, aber spezifische Belege für die Wirkung von Zimmerpflanzen auf diese Prozesse fehlen bislang.

Viertens haben große Blätter einen akustischen Effekt: Sie absorbieren mittlere Frequenzen und reduzieren damit Nachhall. Dies ist ein unauffälliger, aber spürbarer Komfortgewinn, besonders in Räumen mit harten Oberflächen wie Fliesen oder Beton. Die Calla kombiniert diese Faktoren in einer harmonischen Weise: Sie ist großblättrig, strukturiert, lichtreflektierend und akustisch wirksam, ohne aggressiv ins Blickfeld zu drängen.

Es ist wichtig zu betonen, dass viele dieser Effekte noch nicht in kontrollierten Studien isoliert und quantifiziert wurden. Was wir haben, sind Beobachtungen, Erfahrungsberichte und einige grundlegende physiologische Erkenntnisse. Die Forschung zu Zimmerpflanzen und Wohlbefinden steht noch am Anfang, und viele Behauptungen, die in populären Medien kursieren, sind spekulativ. Dennoch ist die konsistente Rückmeldung vieler Menschen, dass Pflanzen ihnen guttun, ein Hinweis darauf, dass hier reale Effekte am Werk sind – auch wenn die genauen Mechanismen noch aufgeklärt werden müssen.

Praktische Schritte für den Alltag

Die Wirkung einer Pflanze zeigt sich nicht im Kauf, sondern in ihrer Integration in den Alltag. Wer das Potenzial der Calla vollständig ausschöpfen will, achtet auf diese oft übersehenen Aspekte:

  • Gleichmäßiges Raumklima: Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sollten vermieden werden, sonst stockt der Stoffwechsel der Wurzeln. Die Calla bevorzugt Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Starke Schwankungen, etwa durch offene Fenster in kalten Nächten oder durch Heizkörper in unmittelbarer Nähe, belasten die Pflanze und reduzieren ihre Vitalität.
  • Lichtbewegung: Den Topf alle paar Wochen leicht drehen, damit die Blattverteilung symmetrisch bleibt und Photosynthese effizient abläuft. Pflanzen wachsen zum Licht hin, und ohne gelegentliches Drehen kann die Calla einseitig werden, was nicht nur ästhetisch unschön ist, sondern auch die Effizienz der Blattfläche verringert.

Luftaustausch ist ebenfalls entscheidend. Regelmäßig lüften, weil Pflanzen zwar zur Luftqualität beitragen, aber keine vollständige Luftreinigung ersetzen. Frische Luft ist essentiell für ein gesundes Raumklima, und keine Pflanze, auch nicht die Calla, kann die Notwendigkeit regelmäßigen Lüftens ersetzen. Die NASA-Studie zeigte zwar, dass Pflanzen unter Laborbedingungen Schadstoffe filtern können, doch in realen Wohnräumen ist die Wirkung begrenzt und muss durch andere Maßnahmen ergänzt werden.

Einmal jährlich empfiehlt sich das Umtopfen in frische, humusreiche Erde. Dabei kann man die Rhizome kontrollieren und überzählige Triebe abtrennen – eine einfache Methode, den Bestand zu verjüngen und gleichzeitig neue Pflanzen zu gewinnen. Diese Ableger behalten alle Eigenschaften der Mutterpflanze und lassen sich gezielt im Haus verteilen, um ein gleichmäßiges mikroklimatisches Netzwerk zu schaffen.

Beim Umtopfen sollte man auf die Qualität der Erde achten. Eine Mischung aus Blumenerde, Kompost und etwas Sand bietet gute Drainage und ausreichend Nährstoffe. Der neue Topf sollte nur geringfügig größer sein als der alte, da zu viel Erde um die Wurzeln herum Staunässe begünstigen kann. Nach dem Umtopfen die Pflanze gründlich wässern und für einige Tage an einem halbschattigen Ort ruhen lassen, damit sie sich an die neue Umgebung anpassen kann.

Ein stiller Beitrag zum gesünderen Zuhause

Wer auf die feinen physiologischen Aspekte achtet, erkennt, dass die Calla mehr ist als Dekoration. Sie moduliert Luftfeuchtigkeit durch Transpiration, unterstützt – wenn auch in begrenztem Maße – die Reduktion von Schadstoffen durch mikrobielle Aktivität im Wurzelbereich, und trägt zur ästhetischen Kohärenz eines Raumes bei. Die NASA Clean Air Study von 1989 lieferte wichtige Hinweise darauf, dass Zimmerpflanzen grundsätzlich in der Lage sind, flüchtige organische Verbindungen zu filtern, wenngleich diese Ergebnisse unter Laborbedingungen gewonnen wurden und nicht direkt auf Wohnräume übertragbar sind.

Ihr Nutzen entsteht nicht in dramatischen Veränderungen, sondern in kleinen, konsistenten Beiträgen zur täglichen Umgebung. In einer Zeit, in der Luftreiniger, Aromadiffusoren und Feuchtigkeitsgeräte den Wohnkomfort bestimmen sollen, bietet eine einzige Pflanze einen stillen, dauerhaften Gegenentwurf: biologische Selbstregulation.

Die Calla erinnert daran, dass Wohlbefinden nicht nur von technischen Lösungen abhängt, sondern auch von der Qualität der unmittelbaren Umgebung. Sie ist kein Wundermittel, aber ein verlässlicher Begleiter für alle, die ihren Wohnraum bewusst gestalten wollen. Ihre Wirkung ist subtil, aber real – messbar in der Luftfeuchtigkeit, spürbar in der Atmosphäre, sichtbar in ihrer eleganten Form.

Mit der richtigen Pflege – und einem bewussten Blick für ihre Bedürfnisse – bleibt die Calla über Jahre hinweg eine Quelle von Ruhe, Reinheit und messbarer Raumgesundheit. Die wissenschaftliche Forschung zu den gesundheitlichen Effekten von Zimmerpflanzen steckt noch in den Anfängen, und viele Behauptungen bedürfen weiterer Untersuchung. Was jedoch bleibt, ist die Erfahrung unzähliger Menschen, dass Pflanzen wie die Calla ihren Wohnraum bereichern – nicht nur optisch, sondern auch in einer Weise, die sich gut anfühlt, auch wenn sich nicht alle Aspekte in Zahlen fassen lassen.

Die Calla ist, bei aller wissenschaftlichen Zurückhaltung, ein Beispiel dafür, wie Natur und Wohnkultur zusammenfinden können. Sie fordert Aufmerksamkeit, aber keine übermäßige Pflege. Sie gibt zurück, was man investiert – nicht in spektakulären Effekten, sondern in der stillen Präsenz einer lebendigen, atmenden Pflanze, die den Raum mit uns teilt.

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