Die geheime Waffe gegen Heißhunger bei Schichtarbeit kostet fast nichts und Ernährungsberater schwören darauf für konstante Energie

Wer nachts arbeitet oder ständig zwischen Früh- und Spätschicht wechselt, kennt das Problem: Der Hunger kommt zu den unmöglichsten Zeiten, und die einzigen verfügbaren Optionen sind oft Schokoriegel aus dem Automaten oder fettige Chips aus der Tankstelle. Geröstete Kichererbsen mit Gewürzen, im türkischen Raum als Leblebi bekannt, bieten eine Alternative, die sowohl ernährungsphysiologisch als auch praktisch überzeugt.

Warum Kichererbsen der ideale Schichtarbeiter-Snack sind

Die knusprigen Hülsenfrüchte liefern etwa 20 Gramm Protein pro 100 Gramm – ein beachtlicher Wert, der mit dem von Fleisch vergleichbar ist. Kichererbsen bestehen zu etwa einem Fünftel aus Eiweiß und enthalten essentielle Aminosäuren wie Lysin und Threonin. Dieser Proteingehalt sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt und keine Heißhungerattacken während der Nachtschicht auftreten. Anders als bei zuckerhaltigen Snacks folgt hier kein Energietief nach kurzer Zeit.

Besonders bemerkenswert ist der hohe Ballaststoffanteil. Diese unverdaulichen Pflanzenfasern quellen im Magen auf und erzeugen ein angenehmes Sättigungsgefühl – ohne das schwere Völlegefühl, das nach einer fettreichen Mahlzeit oft die Konzentration beeinträchtigt. Ernährungsberater empfehlen Leblebi daher speziell für Menschen, deren Biorhythmus durch Schichtarbeit belastet wird.

Der Unterschied zu herkömmlichen Snacks

Mit etwa 336 Kilokalorien pro 100 Gramm liegen getrocknete Kichererbsen deutlich unter dem Kaloriengehalt von Nüssen, die oft zwischen 500 und 600 Kilokalorien aufweisen. Verglichen mit Kartoffelchips, die etwa 530 Kilokalorien pro 100 Gramm haben, punktet Leblebi zusätzlich mit wertvollen Nährstoffen statt leeren Kalorien. Beim selbstgemachten Rösten mit minimaler Ölmenge bleibt dieser Vorteil weitgehend erhalten.

Die komplexen Kohlenhydrate in Kichererbsen besitzen einen niedrigen glykämischen Index. Das bedeutet: Sie werden langsam verdaut und geben ihre Energie kontinuierlich ab. Studien zeigen, dass Kichererbsen positive Effekte auf die Blutzuckerkontrolle haben. Für Nachtschichtarbeiter, die ihre Leistungsfähigkeit über viele Stunden aufrechterhalten müssen, ist dieser Effekt besonders wertvoll. Statt nach dem Snacken müde zu werden, bleibt die Konzentration erhalten.

Nährstoffprofil für besondere Bedürfnisse

Schichtarbeiter haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, da ihr Körper ständig gegen den natürlichen Rhythmus arbeitet. Geröstete Kichererbsen liefern hier gezielt wichtige Mikronährstoffe:

  • Eisen unterstützt den Sauerstofftransport im Blut – mit 6,0 Milligramm pro 100 Gramm liefern Kichererbsen pflanzliches Eisen, das besonders in Kombination mit Vitamin C gut aufgenommen wird
  • Magnesium wirkt Muskelkrämpfen entgegen und fördert die Regeneration zwischen den Schichten – Kichererbsen enthalten 125 Milligramm pro 100 Gramm
  • Folsäure ist wichtig für Zellteilung und Blutbildung – mit 340 Mikrogramm pro 100 Gramm ein beachtlicher Wert
  • B-Vitamine spielen eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und unterstützen das Nervensystem

Wissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren, dass Schichtarbeitende häufig eine verminderte Aufnahme von B-Vitaminen, insbesondere Folsäure, aufweisen. Gerade die B-Vitamine kommen bei unregelmäßigen Arbeitszeiten häufig zu kurz, da die typischen Lieferanten wie Vollkornprodukte in stressigen Phasen oft durch schnelle Alternativen ersetzt werden.

Die richtige Portionsgröße macht den Unterschied

Eine Portion von 30 bis 40 Gramm gerösteten Kichererbsen ist die optimale Menge für einen Snack zwischendurch. Diese Menge liefert etwa 100 bis 135 Kilokalorien, rund 6 Gramm Protein und reichlich Ballaststoffe – genug, um den Hunger zu stillen, ohne zu beschweren. In eine handelsübliche Brotdose passen problemlos mehrere Portionen, die einzeln in kleinen Behältern vorbereitet werden können.

Der Vorteil gegenüber Nüssen zeigt sich hier besonders: Während man bei Cashews oder Mandeln schnell zu viel isst, weil sie sehr kalorienreich sind, kann man bei Kichererbsen eine größere Menge knabbern und fühlt sich trotzdem nicht überfüllt. Das befriedigende Kauvergnügen kommt dem psychologischen Bedürfnis nach einem richtigen Snack entgegen.

Selbst gemacht versus gekauft

Industriell hergestellte Varianten enthalten oft deutlich mehr Öl und Salz als notwendig. Die selbst zubereitete Version im Backofen ist nicht nur gesünder, sondern auch kostengünstiger. Einfach abgetropfte Kichererbsen aus der Dose oder vorgekochte mit etwas Olivenöl, Paprika, Kreuzkümmel oder Currypulver würzen und bei 180 Grad etwa 40 Minuten rösten, bis sie knusprig sind.

Durch die minimale Ölmenge – ein Esslöffel reicht für 400 Gramm Kichererbsen – bleibt der Kaloriengehalt im moderaten Bereich. Zudem lässt sich die Würzung individuell anpassen: Wer scharf mag, nimmt Chili; wer es mediterran bevorzugt, greift zu Rosmarin und Thymian. Diese geschmackliche Vielfalt verhindert, dass der Snack langweilig wird.

Praktische Vorteile für den Arbeitsalltag

Luftdicht verschlossen bleiben geröstete Kichererbsen mehrere Wochen knusprig und frisch – ein enormer Vorteil für Menschen mit wechselnden Arbeitszeiten. Sie benötigen keine Kühlung, zerbrechen nicht so leicht wie Cracker und tropfen nicht wie Joghurt. In der Handtasche, im Spind oder im Auto sind sie jederzeit griffbereit.

Die Kombination mit ausreichend Flüssigkeit verstärkt den Sättigungseffekt noch. Ernährungsberater empfehlen, zu jeder Portion Leblebi mindestens 200 Milliliter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Die Ballaststoffe quellen dann optimal auf und das Sättigungsgefühl hält über mehrere Stunden an.

Was bei der Verträglichkeit zu beachten ist

Wer Hülsenfrüchte generell nicht gewohnt ist, sollte mit kleineren Portionen beginnen. Der hohe Ballaststoffgehalt kann anfangs zu Blähungen führen, wenn der Verdauungstrakt noch nicht daran angepasst ist. Nach einer Eingewöhnungsphase verschwinden diese Symptome in der Regel. Bei bestehenden Unverträglichkeiten oder speziellen Ernährungsbedürfnissen empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Diätassistenten, um die optimale Portionsgröße und Häufigkeit des Verzehrs individuell abzustimmen.

Kreative Variationen für Abwechslung

Leblebi muss nicht immer pur sein. Als Topping über Salaten sorgen die knusprigen Kichererbsen für Extra-Protein und einen interessanten Texturkontrast. Zerkleinert ergeben sie ein nährstoffreiches Paniermehl für Gemüse. Sogar in Suppen lassen sie sich als krosse Einlage verwenden – ähnlich wie Croutons, aber mit deutlich besserer Nährstoffbilanz. Für Schichtarbeiter, die sich auch unterwegs ausgewogen ernähren möchten, bieten geröstete Kichererbsen mit Gewürzen eine seltene Kombination: Sie sind nahrhaft, praktisch, lange haltbar und schmecken so gut, dass man sie tatsächlich gerne isst. Das ist mehr, als die meisten gesunden Snacks von sich behaupten können.

Was snackst du nachts in der Schicht am häufigsten?
Süßigkeiten aus dem Automaten
Chips oder salzige Snacks
Nüsse oder Trockenobst
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Gar nichts esse lieber nichts

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