Windows verbirgt einen Performance-Modus vor dir: Mit diesem einen Befehl wird dein PC sofort spürbar schneller

Windows versteckt einige seiner leistungsstärksten Funktionen vor den meisten Nutzern – und der Ultimate Performance Power Plan gehört definitiv dazu. Während die meisten von uns zwischen den Standard-Energiesparplänen „Ausbalanciert“ und „Höchstleistung“ wechseln, gibt es einen geheimen dritten Plan, der speziell für Workstations und anspruchsvolle Anwendungen entwickelt wurde. Das Beste daran? Er lässt sich mit einem einzigen Befehl aktivieren.

Was macht den Ultimate Performance Plan so besonders?

Microsoft hat diesen Energiesparplan ursprünglich für rechenintensive Workloads und Poweruser entwickelt. Der Plan war zunächst auf Insider-Programme beschränkt und wurde für Szenarien konzipiert, in denen maximale Reaktionsgeschwindigkeit erforderlich ist. Der Unterschied zu herkömmlichen Plänen liegt in der kompromisslosen Ausrichtung auf Performance. Während der normale „Höchstleistung“-Plan noch gewisse Mikro-Verzögerungen beim Aufwecken von Hardwarekomponenten zulässt, minimiert der Ultimate Performance Plan diese Mikrolatenzen systematisch.

Konkret bedeutet das: Die CPU verbleibt konstant in höheren Leistungszuständen, selbst wenn sie momentan nicht vollständig ausgelastet ist. Die sogenannten Micro-Sleep-Zustände werden vermieden, Komponenten werden nicht in Energiesparmodi versetzt, und das System reagiert unmittelbar auf Leistungsanforderungen. Für Render-Jobs, Videobearbeitung, CAD-Anwendungen oder hochintensive Gaming-Sessions kann das den entscheidenden Unterschied machen.

Wann lohnt sich die Aktivierung wirklich?

Bevor wir zur technischen Umsetzung kommen, solltest du ehrlich abwägen, ob dieser Plan für dich sinnvoll ist. Laptops sind generell keine idealen Kandidaten – der erhöhte Stromverbrauch reduziert die Akkulaufzeit dramatisch und erzeugt mehr Wärme. Bei tragbaren Geräten entlädt sich der Akku deutlich schneller, was die Mobilität erheblich einschränkt. Desktop-PCs mit leistungsstarker Kühlung und stabiler Stromversorgung profitieren hingegen maximal.

Besonders relevant wird der Ultimate Performance Plan bei professioneller Videobearbeitung in 4K oder höher, 3D-Rendering und komplexen Simulationen, Musik-Produktion mit niedriger Latenz und vielen VST-Plugins sowie wissenschaftlichen Berechnungen und Datenanalyse. Auch bei kompetitivem Gaming, wo jede Millisekunde zählt, oder beim Betrieb virtueller Maschinen mit hohen Ressourcenanforderungen macht sich der Unterschied bemerkbar. Für normales Surfen, Office-Arbeiten oder gelegentliches Gaming ist der zusätzliche Stromverbrauch schlichtweg verschwendet.

So aktivierst du den versteckten Energiesparplan

Die Aktivierung erfolgt über die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten. Drücke die Windows-Taste, tippe „cmd“ ein und wähle „Als Administrator ausführen“. Im schwarzen Fenster gibst du folgenden Befehl ein:

powercfg -duplicatescheme e9a42b02-d5df-448d-aa00-03f14749eb61

Nach Bestätigung mit Enter erscheint eine Meldung, dass der Energiesparplan erfolgreich dupliziert wurde, inklusive einer GUID-Nummer. Das war’s bereits – der Plan ist jetzt im System verfügbar.

Den neuen Plan auswählen und konfigurieren

Öffne nun die Systemsteuerung und navigiere zu „Hardware und Sound“ sowie „Energieoptionen“. Alternativ gibst du in der Windows-Suche „Energiesparplan auswählen“ ein. Dort findest du nun den neu hinzugefügten Eintrag „Ultimative Leistung“ oder „Ultimate Performance“, je nach Systemsprache.

Wähle den Plan aus, und Windows schaltet sofort um. Die Änderung erfolgt ohne Neustart und wirkt sich unmittelbar auf das Systemverhalten aus. Du kannst jederzeit zu anderen Plänen zurückwechseln – der Ultimate Performance Plan bleibt dauerhaft verfügbar.

Feintuning für echte Enthusiasten

Der Plan lässt sich weiter anpassen. Klicke neben dem ausgewählten Plan auf „Energiesparplaneinstellungen ändern“ und dann auf „Erweiterte Energieeinstellungen ändern“. Hier lohnt sich besonders ein Blick auf die Prozessorenergieverwaltung: Stelle den minimalen Prozessorzustand auf 100%, um zu verhindern, dass die CPU jemals heruntertaktet. Der maximale Prozessorzustand sollte ebenfalls bei 100% liegen.

Bei den PCI Express-Einstellungen empfiehlt es sich, die Verbindungszustandsverwaltung auf „Aus“ zu setzen, damit auch Grafikkarten und andere PCIe-Geräte nie in Sparmodi wechseln. Deaktiviere außerdem das Abschalten von Festplatten nach Inaktivität komplett, indem du den Wert auf 0 setzt.

Messbare Performance-Unterschiede in der Praxis

Bei synthetischen Benchmarks und rechenintensiven Workloads zeigen sich die Unterschiede teilweise deutlich. Die Verbesserungen entstehen nicht, weil die CPU plötzlich schneller rechnet, sondern weil Mikrolatenzen zwischen den Durchläufen eliminiert werden. In Blender-Renders summieren sich eingesparte Millisekunden über Tausende von Frames zu spürbaren Zeitgewinnen.

Noch interessanter wird es bei interaktiven Workloads. Wer in Premiere Pro durch eine komplexe Timeline scrubbt oder in Photoshop rechenintensive Filter anwendet, erlebt weniger Mikroruckler. Die unmittelbare Reaktionsfähigkeit des Systems verbessert das subjektive Arbeitsgefühl erheblich.

Im Gaming-Bereich sind die Auswirkungen differenzierter. Die durchschnittlichen FPS ändern sich kaum, aber die 1%-Low-Werte – also die schlimmsten Frame-Einbrüche – können sich messbar verbessern. Für kompetitive Spieler, die auf konstante Frame-Times angewiesen sind, kann das relevant sein.

Der Preis der maximalen Performance

Nichts kommt ohne Kompromisse. Der Stromverbrauch im Idle steigt spürbar an. Bei aktuellen Strompreisen summiert sich das über ein Jahr durchaus. Die Abwärme nimmt zu, was die Lüfter häufiger und intensiver arbeiten lässt – wer Wert auf ein leises System legt, muss hier Abstriche machen.

Die CPU-Temperatur steigt auch bei leichter Last, weil das System nicht mehr zwischen verschiedenen C-States wechselt. Die CPU läuft konstant mit höherer Frequenz, was sich in der Wärmeentwicklung niederschlägt. Moderne Prozessoren vertragen das problemlos, aber bei bereits grenzwertiger Kühlung kann das zum Problem werden. Ein Monitoring-Tool wie HWiNFO64 hilft, die Temperaturen im Blick zu behalten.

Gezieltes Umschalten für maximale Effizienz

Statt den Ultimate Performance Plan dauerhaft zu nutzen, kannst du situationsabhängig wechseln. Erstelle dir eine Desktop-Verknüpfung oder ein PowerShell-Skript, um schnell zwischen Plänen zu springen. Der Befehl zum Wechseln lautet powercfg /setactive GUID, wobei du die GUID des Ultimate Performance Plans mit dem Befehl powercfg /list herausfindest. So aktivierst du die Maximalleistung nur dann, wenn du sie tatsächlich brauchst, und sparst in allen anderen Situationen Strom und Nerven durch leisere Lüfter.

Alternative Optimierungen für mehr Performance

Der Ultimate Performance Plan ist nur ein Puzzleteil. Kombiniere ihn mit weiteren Optimierungen: Deaktiviere unnötige Hintergrundprozesse, aktualisiere Chipsatz-Treiber regelmäßig, und stelle sicher, dass Windows nicht mit Updates beschäftigt ist, wenn du maximale Leistung benötigst.

Auch das BIOS bietet Stellschrauben. Aktiviere XMP-Profile für schnelleren RAM, deaktiviere unnötige Stromsparfunktionen wie C-States, und experimentiere mit Multicore-Enhancement-Optionen. In Kombination mit dem optimierten Energiesparplan holst du das Maximum aus deiner Hardware heraus.

Wer seinen PC hauptsächlich für anspruchsvolle Aufgaben nutzt, findet im Ultimate Performance Plan ein mächtiges Werkzeug. Die Aktivierung dauert Sekunden, die Auswirkungen auf bestimmte Workloads können erheblich sein. Wichtig ist nur, die Kompromisse zu kennen und bewusst abzuwägen, wann sich der erhöhte Ressourcenverbrauch lohnt. Für Enthusiasten, die das letzte Quäntchen Performance aus ihrem System kitzeln wollen, führt an diesem versteckten Feature kein Weg vorbei.

Welchen Energiesparplan nutzt du aktuell auf deinem PC?
Ausbalanciert für den Alltag
Höchstleistung immer aktiv
Ultimate Performance aktiviert
Energiesparmodus bevorzugt
Wechsle je nach Aufgabe

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